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Bei den Langener Waldbesetzern zu Besuch

Wir waren bei den Waldbesetzern im Langener Bannwald zu ihrem Sommersonnenfest eingeladen.
Ein Waldbesetzer hatte der Musik am 6.6.26 auf unserer Kundgebung auf der Zeil gelauscht und fragte mich, was unser Banner „von den Indianern lernen“ bedeutet .

Nachdem ich ihm die Bedeutung erklärt hatte, fragte er, ob wir auch bei ihnen bei der Waldbesetzung im Langener Wald spielen würden. Ich könnte auch einen Vortrag halten. Er wolle das mit den anderen besprechen.

Um den Inhalt meiner Rede einzugrenzen, schickte ich dem Einlader meine Rede über die Mapuche. Diese hatte ich als beispielhaftes indigenes Volk, das seine Herrschaftsfreiheit bis heute erhalten hat in meiner Antwort auf die Frage erwähnt, was wir von den Indianern lernen können. https://occupyfrankfurt.net/2026/01/27/patagonien-iran-rojava/ Es stellte sich heraus, dass die Mapuche für die Waldbesetzer eine große Bedeutung hatten. Sie waren stolz einen berühmten Mapuche bei sich zu Gast gehabt zu haben.
„Hier meine theoretischen Grundlagen. Ich bin Matriarchatstheoretikerin. Darüber würde ich bei eurem Fest gerne eine Rede halten.“
https://occupyfrankfurt.net/wp-content/uploads/2025/05/zuruck-zur-heiliung-des-lebens-1.pdf
https://www.bitchute.com/video/sudmKZJmEreO/
Darauf antwortete der Einlader:
„ja habt ihr Lust am 8.-12. vorbeizukommen & Musik zu machen?
Wir würden euch bzw ihn gern einladen:)“

„Nachdem wir in Erfurt den Faschismus besiegt haben werden, wollen wir unsere Solidarität mit der Sommersonne ausdrücken und dafür im Banny campen.“

Sie hatten einen anderen Ansprechpartner gefunden. Mit diesem traf ich mich nochmal in Frankfurt um genaueres für den 12.7.26 zu besprechen. Wir vereinbarten , dass sie uns mit dem Auto abholen würden. Das Ganze würde gegen 14:00 Uhr mit Kaffee und Kuchen zusammen mit Langener Bürgern bei ihnen starten. Während der ganzen Zeit würde Ernesto Musik machen. Um 16:00 Uhr könnte ich einen Vortrag bzw Workshop halten.

Es kam alles anders als geplant

Aber wie sich herausstellte, waren wir entgegen der freundlichen Einladung , nicht willkommen.
Das zeigte sich gleich zu Beginn darin, dass wir unser Plakat „ Von den Indianern lernen“ nicht zeigen durften und darin, dass der Großteil der Waldbesetzer nicht erschien. Anstatt Mobilisierung , das Gegenteil, man könnte es Boykott nennen. Nur 4 oder 5 Waldbesetzer kamen . Wir sahen einige der Anderen irgendwo im Wald . Es war die Rede von 15 bis 20 Personen. Und von Langener Bürgern war keiner zu sehen.

Das Plakat mußte umgedreht werden. Die Begründung war, dass der Begriff Indianer aus der Kolonialzeit stamme und diskriminierend sei. Wir wurden also des Rassismus bezichtigt.

Das war ein feindlicher Affront, denn das Banner „Von den Indianern lernen“ ist das Motto aller Antikriegskundgebungen , die wir seit Anfang 2025 nahezu wöchentlich auf der Zeil veranstalteten.

Die Besetzer hatten beschlossen , sich gegen uns prinzipiell abzugrenzen.

Es hatte sich im Verlauf ein ideologischer Sinneswandel vollzogen. Auf dem Hinweg wurden wir von unserer Begleiterin darüber „informiert“ dass „Neurechte, die den Diskurs suchen“ unterwegs seien. Wen sie damit wohl gemeint haben mag? Das Fernbleiben (oder Boykott) des Großteils der Waldbesetzer von unserem Konzert , sowie unsere Diffamierung als Rassisten gab die Antwort.

Sie transportierten unsere Musikanlage auf Fahrrädern mit Anhängern, da die Besetzung ½ Stunde Fußweg vom Parkplatz entfernt war. Die demütigende Auflage, dass das Plakat nicht gezeigt werden durfte, erfuhren wir erst, als wir angekommen waren. Womöglich wären wir gleich umgedreht, wenn wir es von Anfang an gewußt hätten.

Ich erklärte unseren Kritikern, dass ich unseren Indianer Ernesto vorab gefragt hatte , ob er so genannt werden will und er hatte diese Bezeichnung selbst gewählt. Aber das interessierte nicht.

Auch der ecuadorianische Flötenspieler Leonardo bezeichnete sich in der Sendung „Deutschland sucht den Superstar“ als Indianer.

Im Übrigen fällt die Bezeichnung Indianer gar nicht unter den Index der verbotenen Wörter. Das sagt der Sender SWR:

Darf man noch „Indianer“ sagen?
Ja. Das mag manche überraschen, doch die Frage, ob man heute noch von „Indianern“ sprechen sollte, stellt sich nicht erst seit der Debatte um Winnetou-Filme und -Bücher. Dabei spielt auch eine Rolle, wie die indigenen Bevölkerungsgruppen selbst den Begriff empfinden.“ https://www.swr.de/swrkultur/wissen/darf-man-noch-indianer-sagen-112.html

Dieser Sammelbegriff Indianer war passend für die Indigenen Lateinamerikas und Amerikas. Denn Indigene ist eine Bezeichnung für alle Eingeborenen der ganzen Welt.

Das Foto stammt vom alternativen Klimagipfel in Madrid 2019 , über den ich einen Artikel verfasst habe: Was ist suatinable Development

Die Besetzer zeigten sich hier bei dem normengelenkten Verbot von Begriffen als Hardliner . Sie interessierte nicht, was die Betroffenen selbst sagen.

Film über unseren Besuch

Der Anfang meiner Rede wurde leider nicht aufgenommen.
Er lautete:
„Die Waldbesetzung erinnert uns an die Zeit vor tausenden von Jahren, als in der Jungsteinzeit alles Land den Menschen gehörte, die es als Gemeinschaftseigentum bewirtschafteten. In dieser Zeit war das Land noch nicht den Menschen enteignet. Das änderte sich erst mit dem Einbruch von den Kriegen , die den Staat und das Privateigentum schufen. Wenn wir die Bedrohung der Menschheit durch den Atomkrieg abwenden wollen , müssen wir unser Land wieder holen.“

Nachfolgende Diskussion mit einem Waldbesetzer

Regina:
Es war eine Demütigung, daß wir unser Plakat „von den Indianern lernen“ nicht zeigen durften. Wir kommen nicht wieder, wenn das weiterhin der Fall ist. Welcher Schreibtischtäter ist denn auf die Idee gekommen, daß das eine Diskriminierung darstellt. Ich erinnere an Karl May , der in Deutschland zur Pflichtlektüre eines jeden Kindes gehörte, wo die Indianer als sehr gute Menschen dargestellt wurden. Ernesto selbst wollte so genannt werden und das ist bei den Musikern aus Lateinamerika üblich.

Im Übrigen hat mich euer Einlader auf dieses Plakat auf der Zeil bei unserem ersten Kontalt angesprochen und ich habe ihm erklärt, was das bedeutet. Er hat das überhaupt nicht kritisch gesehen. Deswegen habe ich es als Ausgangspunkt der Einladung mitgebracht. Wie sehr man sich doch täuschen kann.

Wenn ihr es mit den Traditionen z.B. der Mapuche ernst meint und das nicht nur zum Aushängeschild degenerieren soll , müßte die Begleiterin mit ihrem Bekenntnis zu LGBTQ brechen, die Flagge trug sie auf ihrer Kappe. Denn LGBTQ ist das Gegenteil von Frauenbefreiung und die tiefste Erniedrigung der Mutter . Es ist die Ideologie der 1% und gehört nicht umsonst zur FirmenPhilosophie der großen Konzerne. Ein sehr fragwürdiges Verständnis von links.

ein Waldbesetzer,

Es wird allgemein schwierig für euch mit einer jungen Generation zusammen zu arbeiten, wenn ihr LGBTQ nicht anerkennt. Da kommt ihr echt nicht weiter. Wenn Menschen als Mutter angesprochen werden wollen ist das okay. Das eine schließt nicht das andere aus. Aber Feminismus, der queere Menschen nicht inkludiert ist kein Feminismus.
Zu der Indianerfrage. Das hatten wir besprochen und du hattest gemeint, dass ihr keinesfalls darauf bestehen müsst. Auch wenn es Menschen gibt, die es okay finden, wenn man sie so nennt gibt es viele andere, die es nicht okay finden und es ist nicht in Ordnung und konservativ diese Menschen aus dem eigenen Denken auszuschließen. Man kann auch keine anarchistische oder linke Theorie fahren, wenn man das tut. Ernesto hat das dann selbst als rassistisch bezeichnet und ihr habt dann Ernesto widersprochen. Das war auch scheiße. Und dann gabs eine Diskussion darüber, obwohl er eine betroffene Person ist. Vielleicht wars ein Mißverständnis und was auch immer, aber der betroffenen Person das abzusprechen ist nicht in Ordnung.
Wenn ihr nicht bereit seid die Fronten aufzuweichen und darauf beharrt können wir in Zukunft wirklich nicht zusammen arbeiten. Es war trotzdem schön, dass ihr da wart. Ich hoffe, dass ihr das nochmal überdenkt und euch für modernere linke Theorien öffnet.

Regina:
Daß ihr Queer seid . damit haben wir überhaupt kein Problem, weil wir grundsätzlich davon ausgehen, daß jeder sein Sexualleben selbst bestimmt. Wir wissen auch , daß es schon immer Menschen gegeben hat und gibt , die biologische nicht Frau oder Mann sind und verlangen, daß diese respektiert werden. Auch haben wir nichts gegen lesbische oder homo-Liebe. Das muß jeder selbst entscheiden. Wir haben nur etwas gegen staatliche Erziehungs-ZwangsProgramme, die unter dem Deckmantel der Selbstbestimmung , die natürliche Entwicklung der jungen Menschen negiert und so tut , als ob das eigene Geschlecht eine willentliche Entscheidung ist, was dann zur Konsequenz hat, daß diese Menschen sich umoperieren lassen. Das ist begründet durch die Enteignung der Menschen von ihrer natürlichen Fortpflanzung. Deswegen rede ich von der tiefsten Entwürdigung der Mutter. Der Grund ist das globalistische Programm der Bevölkerungsreduktion , weil der Kapitalismus die Menschen nicht mehr ernähren kann und der künstlichen Produktion von Menschen in Geburtsfabriken, Transhumanismus usw-kurz Respektlosigkeit gegenüber der Schöpfung. Ich selbst als Matriarchatstheoretikerin habe eine Kritik an der patriarchalen Familie, die die Menschen auf Herrschaft trimmt. Die Befreiung von Herrschaft liegt nicht im LGBTQ. Indem ihr eure Sichtweise in der Verwendung des Begriffs Indianer uns aufoktrojiert habt- Ernesto war übrigens nicht eurer Meinung – habt ihr gezeigt , daß es mit eurer Patriarchatskritik nicht weit her ist und ihr immer noch Herrschaftsmenschen seid.

ein Waldbesetzer:
Da ich denke, dass du dich als marxistische Feministin verstehst, empfehle ich dir sehr Silvia Frederici zu lesen. Sie schreibt in ihrem Buch “Caliban und die Hexe” darüber, wie Frauen historisch für die Reproduktion ausgenutzt wurden, da es eben oft im Interesse des Kapitalismus war sie zu entmündigen und auf ihre Rolle dieser Reproduktion zu reduzieren. Frauen, die sich dagegen auflehnten, versuchten sich unabhängig zu machen, vom Patriachat, ihrer vorgeschriebenen Rolle als Mutter wurden als Hexen gejagt. Viele Konservative Strömungen, so auch Trump predigen die traditionelle Familie, die Rolle der Mutter, damit eben mehr Kinder gezeugt werden, deren Arbeitskraft ausgenutzt werden kann und die in den Krieg geschickt werden können. Ich glaube es gibt auch eine feministische Auslegung der Mutter, aber die Indoktrinierung von der du sprichst wird historisch von der Rechten genau in die andere Richtung getrieben in die du es beschreibst. Uns als queeren Menschen geht es nicht darum die Mutter zu entwürdigen, also fühl dich bitte nicht angegriffen in diesem Teil deiner Argumentation, sondern darum uns eben unabhängig zu machen von traditionellen Geschlechterrollen, die benutzt werden, um uns zu kontrollieren. Also ja, wir können uns selbstbestimmt unser eigenes Geschlecht aussuchen, denn alles andere wäre eben Herrschaft über uns. Queer sein zu können ist nur durch linken politischen Widerstand möglich geworden und erfordert diesen weiterhin. Das heißt nicht, dass andere feministische Strömungen illegitim sind, solange sie uns eben nicht diese Selbstermächtigung absprechen.

Das mit den Indigenen hatten wir davor abgesprochen und auch in dem Moment in dem ich das Schild umgedreht habe, habt ihr es als Kompromiss akzeptiert. Es lag keinesfalls in unserer Absicht euch zu Zensieren, jedoch müssen wir als Space darauf achten keine Minderheiten auszuschließen, was durch rassistische oder queerfeindliche Begriffe passieren könnte, deshalb war es durchaus wichtig für uns dieses Wort nicht an unsere Tür zu hängen. Wie gesagt, öffnet euch doch bitte begrifflich in diese Richtung, um keine Menschen auszuschließen, selbst wenn es zum Beispiel für Ernesto okay wäre. Es gibt eben viele viele Andere Menschen, die sich mit diesem Begriff nicht wohlfühlen und wie du meintest, müsst ihr ja nicht darauf bestehen. Es gibt auch keine Grund dafür und spaltet eben, denn Ausschluss bedeutet eben immer dies: Spaltung. Es wäre respektvoller diese Stimmen wahrzunehmen und theoretisch mit einzubeziehen und würde zudem eine Brücke zwischen verschiedenen Bewegungen ermöglichen.

Ich fand was du am Mikrofon gesagt hast übrigens sehr gut und ich glaube es gäbe ja sonst viele ähnliche Ideen 💡

Schade dass wir darauf nicht weiter aufbauen können. Alles gute im Kampf gegen den Militarismus und Faschismus 🌱

Regina:
Ich bin keine marxistische Feministin, ich bin Matriarchatstheoretikerin. Ich empfehle dir Heide Göttner Abendroth, die in allen Ländern der Welt herumgereist ist und geforscht hat, die existierenden Matriarchate untersucht hat und als Archäologin nachgewiesen hat, daß in der Jungsteinzeit die ganze Welt von Matriarchaten besiedelt war . Überall gab es weibliche Figuren , bzw Göttinen , andere sagen auch Fruchtbarkeitsgöttinen, das drückte aus, daß das Leben geheiligt war. In dieser Zeit kannten die Menschen keine Herrschaft, die erst mit Patriarchat und Krieg in die Welt kam. Deine Verallgemeinerung , daß Reproduktion oder die Rolle als Mutter an sich verwerflich sei, ist eine gefährliche Ideologie , die das Kind mit dem Bad auschüttet. Sie vergißt bzw leugnet, daß Jahrtausende lang die Frau, auf Grund genau dieser Eigenschaft der Reproduktion des menschlichen Geschlechts veehrt wurde, weswegen es nur Göttinen und keine Götter gab. Götter kamen erst mit dem Patriarchat.
Es ist richtig, daß Frauen historisch als Gebärmaschine mißbraucht wurden. Das lag aber nicht an der natürlichen Eigenschaft der Frau, Kinder zu gebären , sondern an der Form wie die Reproduktion im Patriarchat , wovon der Kapitalismus eine Form ist, organisiert wurde . Nämlich unter den Bedingungen des Privateigentums, in dem die Frau in der Familie, der Keimzelle von Herrschaft, eine untergeordnete Rolle einnimmt.

Du verwechselst die natürliche Eigenschaft der Frau , Kinder zu gebären, mit einer gesellschaftlich zugeschriebenen Rolle. Es ist eine Hybris , sich einzubilden, man könne sich sein Geschlecht aussuchen bzw selbst bestimmen. Das endet dann in Selbstverstümmelung , indem sich junge Mädchen, von dieser Ideologie in die Irre geführt, Geärmutter rausnehmen lassen und die Brüste abschneiden lassen , was die meisten hinterher breuen , aber leider sind das irreversible Eingriffe. Wir haben es hier mit einer Massenbewegung zu tun. Dasselbe gilt für junge Männer, die sich verstümmeln lassen.

Ist dir nicht aufgefallen, daß diese Ideologie staatlich verordnet wird und vom Kindergarten an , verankert in den Lehrplänen in der Schule die Kinder in diese Richtung getrimmt werden? Das kommt ganz von oben und hat mit linkem Widerstand nichts zu tun. Die UN-Konferenz über Frauen in Peking 1995 hat den Startschuß für diese Verirrung gegeben

Bei dieser Konferenz ( Dale O’Leary ), wurde die weibliche und männliche Identität von der Natur abgetrennt und als soziale Rolle definiert. Die soziale Geschlechtsidentität, die sie Gender nannten, sollte mit den natürlichen Geschlechtsorganen, die uns durch die Geburt gegeben sind, nichts mehr zu tun haben. Auf dieser Konferenz in Peking 1995 wurde ganz offen das Ziel der Bevölkerungsreduktion propagiert.

Was das Wort Indianer betrifft , mußt du mir mal erklären, wieso das irgendjemanden ausschließt. Das versteh ich nämlich nicht.


Ich hoffe dir ist klar geworden, daß eure Queere ideologie mit eurer Veehrung z.B. der Mapuche in krassem Gegensatz steht.

ein Waldbesetzer:
ich hab deinen text gelesen und darüber nachgedacht, aber ich mag nicht mehr weiter diskutieren

Regina:
Wenn du dich irgendwann wieder meldest, würde ich mich freuen.

Solidarität mit Rabab und Fida

Wir übernehmen hier den junge Welt-Artikel

→ Rabab D. und Fida A. sind in der Palästina-Bewegung in Frankfurt aktiv

Am vergangenen Wochenende ( 3.7.26) stand die Polizei bei Ihnen in Frankfurt am Main vor der Haustür – allerdings nicht wie üblich um sechs Uhr morgens. Wie lief das ab?

Rabab D.: Ich kam gerade vom Kooperationsgespräch für unsere nächste Demo. An der Straßenbahnhaltestelle kamen Beamte in Zivil auf mich zu, haben mir den Durchsuchungsbeschluss und meine Rechte verlesen, mir dann sofort mein Handy abgenommen und mich nach Hause gefahren, um meine Wohnung zu durchsuchen. Dort haben sie alle meine elektronischen Geräte, inklusive Arbeitslaptop und -handy, beschlagnahmt.

Fida A.: Mich haben sie zu Hause erwischt, als ich alleine war. Meine Töchter waren auf der Arbeit. Ich wurde in mein Wohnzimmer geführt und durfte mich nicht von der Stelle bewegen, während die Beamten meine Wohnung durchsuchten. In meinem Schlafzimmer lag alles auf dem Boden verstreut. Auch mir haben sie meine Geräte abgenommen.

Was war die Begründung?

R. D.: Offiziell geht es um eine Demo vom 7. Oktober 2025, die wir zusammen angemeldet hatten. Die Staatsanwaltschaft wirft mir vor, ich hätte gesagt, der palästinensische Widerstand habe am 7. Oktober begonnen. Fida ist als Koanmelderin mitbeschuldigt. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft sei damit klar, dass sich die gesamte Demo auf den 7. Oktober und die Hamas bezogen hätte. Uns wird in diesem Zusammenhang »Billigung von Straftaten« vorgeworfen.

Die Demo war übrigens zuvor von der Stadt verboten worden. Das Verwaltungsgericht hat das Verbot allerdings aufgehoben. Das Gericht bestätigte, dass die pauschale Verknüpfung mit der Hamas und dem 7. Oktober 2023 reine Interpretation der Stadt war. Die Staatsanwaltschaft wirft uns jetzt quasi vor, die Stadt und das Gericht hinters Licht geführt zu haben.

F. A.: Der Vorwurf selbst ist leicht zu entkräften: Bei der gesamten Demo ging es nämlich darum, die Geschichte Palästinas und des Widerstands zu beleuchten sowie gerade auch das Narrativ, wonach alles im Oktober 2023 begann, anzugreifen. Mit diesem Verfahren versuchen sie nun im nachhinein, nicht nur uns, sondern die gesamte Demo zu kriminalisieren.

Die Razzia war keineswegs die erste in Frankfurt im Zusammenhang mit propalästinensischen Protesten. Wieso greift die dortige Polizei zu solchen Mitteln?

F. A.: In Frankfurt hat die Bewegung starke Strukturen aufgebaut. Wir haben viele Demoverbote angefochten – und bis auf einmal auch immer gewonnen. Im Urteil zur betreffenden Demo hat das Verwaltungsgericht die Stadt Frankfurt sogar dafür gerügt, dass sie die Verbote so kurzfristig und mit pauschalisierenden Kriminalisierungen durchzusetzen versucht hat. Das Gericht warf der Stadt »eine strukturelle Grundrechtsmissachtung« und Verletzung des Neutralitätsgebots vor. Das sitzt natürlich.

R. D.: Wir haben die Wortfolge »From the River to the Sea« juristisch durchfechten können und dürfen sie in Hessen als einzigem Bundesland seither ungestört nutzen. Aktuell versuchen wir es mit den Parolen »Widerstand ist Völkerrecht – nur der Westen findet’s schlecht« und »Palästina darf sich wehren – auch mit Steinen und Gewehren«, da die Polizei anhand dieser Parolen willkürlich Anzeigen verteilt und Demoteilnehmer schikaniert. Wir haben oft dafür gekämpft, dass strittige Parolen in die Auflagen aufgenommen werden, damit wir sie anfechten können. Das wurde aber immer wieder verweigert, so dass es vor Ort zu Willkür der Polizei kommt. Daher haben wir eine Demo für den 18. Juli mit genau diesen Parolen angemeldet.

Und schon wurden Sie Ziel einer Razzia.

R. D.: Genau. Und der zweite Anmelder hat einen Tag vorher einen Strafbefehl wegen der »Palästina darf sich wehren«-Parole erhalten. Und das, obwohl es in Frankfurt bereits einen Freispruch wegen dieser Aussage gibt.

F. A.: Den Behörden passt es nicht, dass wir laut sind und uns an die Seite der Palästinenser stellen. Systematisch wird verdreht, wer Gewalt ausübt und wer ihr Opfer ist. Das gilt zuallererst selbstverständlich für die Palästinenser. Aber auch in Deutschland erleben wir, wie diejenigen, die sich für Frieden und gegen Völkermord einsetzen, als »Terroristen«, »Terrorunterstützer« und Gewaltverherrlicher diffamiert werden.

Ein Kommentar zu Heinz

Dies ist ein Kommentar zu dem aufschlußreichen neuen Artikel von Heinz, Imperium Amerikana der uns offenbart , mit welchem politischen Selbstverständnis des „Cheftheoretikers“, einer bestimmten ehemaligen Fraktion des Nachdenkseiten Gesprächkreises Frankfurt, wir es hier zu tun haben. Er hat kürzlich zusammen mit dem KI-Unternehmer Pascal Lauria den Nachdenkseiten-Gesprächskreis Frankfurt gespalten . Jetzt gibt es 2 Gesprächskreise. Früher hat er sich immer zurückgehalten, jetzt muss er sich nicht mehr verstellen.

Den mutmaßlichen politischen Hintergrund der Spaltung sehen wir jedoch weniger in dem politischen Bewußtsein von Heinz, das in dem unten kommentierten Artikel zum Ausdruck kommt, als vielmehr in der Gefolgschaft von Ulrike Guerot durch derjenigen, die die Spaltung betrieben haben.

zu dem Artikel von Heinz:

Dieser Artikel könnte auch in der FAZ stehen, wenn er nicht das Niveau eines Schulaufsatzes hätte. Er offenbart ein rechtes staatmännisches Politikverständnis, ohne jeden Funken an Kritik am Imperialismus, an der Einverleibung fremder Völker und der Versklavung des eigenen Volkes .

Wenn man imperiale Politik ganz normal findet, leugnet man am besten, wenn sich die unterworfenen Völker erheben und einen dauernden Krieg an den Grenzen führen, der schließlich, neben dem Aufstand im Innern, Inflation usw wesentlich zum Untergang des Römischen Reiches beigetragen hat.

„So endete die römische Republik nicht mit einem offiziellen Akt, sondern durch eine schleichende Umdeutung ihrer Institutionen. Der Senat blieb bestehen, Wahlen fanden weiterhin statt – doch die entscheidende Macht konzentrierte sich bei einem Einzelnen.“

https://nachdenken-in-frankfurt.de/imperium-americana/

Demnach hat es einen Untergang ,also den kompletten Machtverlust des Römischen Reiches durch den Sieg der Germanen gar nicht gegeben. Es war nicht der Sieg des Goten Oduaka, eines germanischen Warlords, der 476 des Ende des Weströmischen Reiches mit dem Sturz von Romulus Augustulus besiegelte .

Die mit der gegenwärtigen Abschaffung des Völkerrechts gegebene Zeitenwende mit dem Übergang zum Kaisertum im alten Rom zu vergleichen, zeigt die schülerhafte Kleingeistigkeit dieses essay.

Ein Macht -und Imperien affirmierendes Geplänkel will auch von dem Klassenkampf des aktuellen Trump’schen Imperialismus nichts wissen.

Am 2. Februar veröffentlicht, ist dies die Dokumentation der Kritiklosigkeit an der Davoser (Januar 26) Selbstermächtigung Trumps der mit seinem Board of Peace Investoren sucht , um während des laufenden Genozids, Gaza zu einem Labor für ein technokratisches digitales Konzentrationslager zu machen . Die technokratischen Weltherrschaftsambitionen von Trump hat er gar nicht bemerkt . Da gefällt sich der Autor lieber in der Entdeckung eines „augustinischen Moments“

Die Vorbereitung einer weltweiten Technokratie mit seinem Board of peace deutet er als „Reimperialisierung“ d.h. er benennt diese nicht beim Namen, behandelt diese vielmehr als unvermeidlichen Lauf der Geschichte, die heute, wie schon bei den Römern stattgefunden hätte.

Anstelle von Aufklärung und Kritik stehen Ignoranz, Selbstgefälligkeit und Legitimation des Bestehenden.

Zum Schluß spielt er Staatsmann und schwingt sich zum Ratgeber für die europäischen Politiker auf. Heinz wähnt sich auf der Ebene von Marc Carney

„Für Europa und insbesondere für Deutschland folgt daraus eine unbequeme, aber unvermeidliche Konsequenz: Eigenständigkeit ist keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit. Politische Souveränität entsteht nicht durch Bekenntnisse, sondern durch die Fähigkeit zur Interessenformulierung, zum Ausgleich und zur diplomatischen Gestaltung. Wer keine eigenen Interessen definiert, übernimmt zwangsläufig die Interessen anderer.“

https://nachdenken-in-frankfurt.de/imperium-americana/

Als würden die Europäer und Deutschen durch Aufrüstung und ihren Anstrengungen zur Kriegsfähigkeit nicht längst alles für ihre Eigenständigkeit und Souveränität tun.

Was das für die europäischen Völker bedeutet, darauf verschwendet Heinz keinen Gedanken. Von einer Kritik an dem Sozialkahlschlag , der für diese Eigenständigkeit und Souveränität betrieben wird, ist er Lichtjahre entfernt.

Wir haben es hier mit einem rechten Staatstheoretiker zu tun. Die Machtpolitik, fern von jeder Solidarität, mit der er mit seinem Kompagnion die Spaltung betrieben hat, ist folgerichtige Konsequenz eines solchen Politikverständnisses.

Man fragt sich, was so jemand bei den Nachdenkseiten zu suchen hat.

Durch diese Spaltung ist der Nachdenkseiten Gesprächskreis Frankfurt nicht zerstört worden, sondern existiert im aufklärerischen Geiste des seit 2020 bestehenden, von Ullrich Riedel geführten, Gesprächskreis weiter.