Wir waren bei den Waldbesetzern im Langener Bannwald zu ihrem Sommersonnenfest eingeladen.
Ein Waldbesetzer hatte der Musik am 6.6.26 auf unserer Kundgebung auf der Zeil gelauscht und fragte mich, was unser Banner „von den Indianern lernen“ bedeutet .

Das Banner „Von den Indianern lernen“ ist das Motto aller Antikriegskundgebungen , die wir seit Anfang 2025 nahezu wöchentlich auf der Zeil veranstalteten.

Nachdem ich ihm das erklärt hatte, fragte er, ob wir auch bei ihnen bei der Waldbesetzung im Langener Wald spielen würden. Ich könnte auch einen Vortrag halten. Er wolle das mit den anderen besprechen.
Um den Inhalt meiner Rede einzugrenzen, schickte ich dem Einlader meine Rede über die Mapuche. Diese hatte ich als beispielhaftes indigenes Volk, das seine Herrschaftsfreiheit bis heute erhalten hat in meiner Antwort auf die Frage erwähnt, was wir von den Indianern lernen können. https://occupyfrankfurt.net/2026/01/27/patagonien-iran-rojava/ Es stellte sich heraus, dass auch die Waldbesetzer die Mapuche verehrten. Sie waren stolz einen berühmten Mapuche bei sich zu Gast gehabt zu haben.
Hier meine theoretischen Grndlagen. Ich bin Matriarchatstheoretikerin. Darüber würde ich bei eurem Fest gerne eine Rede halten
https://www.bitchute.com/video/sudmKZJmEreO/
Darauf antwortete der Einlader:
„ja habt ihr Lust am 8.-12. vorbeizukommen & Musik zu machen?
Wir würden euch bzw ihn gern einladen:)“

„Nachdem wir in Erfurt den Faschismus besiegt haben werden, wollen wir unsere Solidarität mit der Sommersonne ausdrücken und dafür im Banny campen.“

Sie hatten einen anderen Ansprechpartner gefunden. Mit diesem traf ich mich nochmal in Frankfurt um genaueres für den 12.7.26 zu besprechen. Wir vereinbarten , dass sie uns mit dem Auto abholen würden. Das Ganze würde gegen 14:00 Uhr mit Kaffee und Kuchen zusammen mit Langener Bürgern bei ihnen starten. Während der ganzen Zeit würde Ernesto Musik machen. Um 16:00 Uhr könnte ich einen Vortrag bzw Workshop halten.
Es kam alles anders als geplant
Aber wie sich herausstellte, waren wir entgegen der freundlichen Einladung , nicht willkommen.
Das zeigte sich gleich zu Beginn darin, dass wir unser Plakat „ Von den Indianern lernen“ nicht zeigen durften und darin, dass der Großteil der Waldbesetzer nicht erschien. Anstatt Mobilisierung , das Gegenteil, man könnte es Boykott nennen. Nur 4 oder 5 Waldbesetzer kamen . Wir sahen einige der Anderen irgendwo im Wald . Es war die Rede von 15 bis 20 Personen. Und von Langener Bürgern war keiner zu sehen.
Das Plakat mußte umgedreht werden. Die Begründung war, dass der Begriff Indianer aus der Kolonialzeit stamme und diskriminierend sei. Wir wurden also des Rassismus bezichtigt.

Die Besetzer hatten beschlossen , sich gegen uns prinzipiell abzugrenzen.
Es hatte sich im Verlauf ein ideologischer Sinneswandel vollzogen. Auf dem Hinweg wurden wir von unserer Begleiterin darüber „informiert“ dass „Neurechte, die den Diskurs suchen“ unterwegs seien. Wen sie damit wohl gemeint haben mag? Das Fernbleiben (oder Boykott) des Großteils der Waldbesetzer von unserem Konzert , sowie unsere Diffamierung als Rassisten gab die Antwort.
Sie transportierten unsere Musikanlage auf Fahrrädern mit Anhängern, da die Besetzung ½ Stunde Fußweg vom Parkplatz entfernt war. Die demütigende Auflage, dass das Plakat nicht gezeigt werden durfte, erfuhren wir erst, als wir angekommen waren. Womöglich wären wir gleich umgedreht, wenn wir es von Anfang an gewußt hätten.
Ich erklärte unseren Kritikern, dass ich unseren Indianer Ernesto vorab gefragt hatte , ob er so genannt werden will und er hatte diese Bezeichnung selbst gewählt. Aber das interessierte nicht.
Auch der ecuadorianische Flötenspieler Leonardo bezeichnete sich in der Sendung „Deutschland sucht den Superstar“ als Indianer.
„Darf man noch „Indianer“ sagen?
Ja. Das mag manche überraschen, doch die Frage, ob man heute noch von „Indianern“ sprechen sollte, stellt sich nicht erst seit der Debatte um Winnetou-Filme und -Bücher. Dabei spielt auch eine Rolle, wie die indigenen Bevölkerungsgruppen selbst den Begriff empfinden.“ https://www.swr.de/swrkultur/wissen/darf-man-noch-indianer-sagen-112.html
Die Besetzer zeigten sich hier bei dem normengelenkten Verbot von Begriffen als Hardliner . Sie interessierte nicht, was die Betroffenen selbst sagen.
Film über unseren Besuch
Der Anfang meiner Rede wurde leider nicht aufgenommen.
Er lautete:
„Die Waldbesetzung erinnert uns an die Zeit vor tausenden von Jahren, als in der Jungsteinzeit alles Land den Menschen gehörte, die es als Gemeinschaftseigentum bewirtschafteten. In dieser Zeit war das Land noch nicht den Menschen enteignet. Das änderte sich erst mit dem Einbruch von den Kriegen , die den Staat und das Privateigentum schufen. Wenn wir die Bedrohung der Menschheit durch den Atomkrieg abwenden wollen , müssen wir unser Land wieder holen.“
Nachfolgende Diskussion mit einem Waldbesetzer
Regina:
Es war eine Demütigung, daß wir unser Plakat „von den Indianern lernen“ nicht zeigen durften. Wir kommen nicht wieder, wenn das weiterhin der Fall ist. Welcher Schreibtischtäter ist denn auf die Idee gekommen, daß das eine Diskriminierung darstellt. Ich erinnere an Karl May , der in Deutschland zur Pflichtlektüre eines jeden Kindes gehörte, wo die Indianer als sehr gute Menschen dargestellt wurden. Ernesto selbst wollte so genannt werden und das ist bei den Musikern aus Lateinamerika üblich.
Im Übrigen hat mich euer Einlader auf dieses Plakat auf der Zeil bei unserem ersten Kontalt angesprochen und ich habe ihm erklärt, was das bedeutet. Er hat das überhaupt nicht kritisch gesehen. Deswegen habe ich es als Ausgangspunkt der Einladung mitgebracht. Wie sehr man sich doch täuschen kann.
Wenn ihr es mit den Traditionen z.B. der Mapuche ernst meint und das nicht nur zum Aushängeschild degenerieren soll , müßte die Begleiterin mit ihrem Bekenntnis zu LGBTQ brechen, die Flagge trug sie auf ihrer Kappe. Denn LGBTQ ist das Gegenteil von Frauenbefreiung und die tiefste Erniedrigung der Mutter . Es ist die Ideologie der 1% und gehört nicht umsonst zur FirmenPhilosophie der großen Konzerne. Ein sehr fragwürdiges Verständnis von links.
ein Waldbesetzer,
Regina:
Daß ihr Queer seid . damit haben wir überhaupt kein Problem, weil wir grundsätzlich davon ausgehen, daß jeder sein Sexualleben selbst bestimmt. Wir wissen auch , daß es schon immer Menschen gegeben hat und gibt , die biologische nicht Frau oder Mann sind und verlangen, daß diese respektiert werden. Auch haben wir nichts gegen lesbische oder homo-Liebe. Das muß jeder selbst entscheiden. Wir haben nur etwas gegen staatliche Erziehungs-ZwangsProgramme, die unter dem Deckmantel der Selbstbestimmung , die natürliche Entwicklung der jungen Menschen negiert und so tut , als ob das eigene Geschlecht eine willentliche Entscheidung ist, was dann zur Konsequenz hat, daß diese Menschen sich umoperieren lassen. Das ist begründet durch die Enteignung der Menschen von ihrer natürlichen Fortpflanzung. Deswegen rede ich von der tiefsten Entwürdigung der Mutter. Der Grund ist das globalistische Programm der Bevölkerungsreduktion , weil der Kapitalismus die Menschen nicht mehr ernähren kann und der künstlichen Produktion von Menschen in Geburtsfabriken, Transhumanismus usw-kurz Respektlosigkeit gegenüber der Schöpfung. Ich selbst als Matriarchatstheoretikerin habe eine Kritik an der patriarchalen Familie, die die Menschen auf Herrschaft trimmt. Die Befreiung von Herrschaft liegt nicht im LGBTQ. Indem ihr eure Sichtweise in der Verwendung des Begriffs Indianer uns aufoktrojiert habt- Ernesto war übrigens nicht eurer Meinung – habt ihr gezeigt , daß es mit eurer Patriarchatskritik nicht weit her ist und ihr immer noch Herrschaftsmenschen seid.
ein Waldbesetzer:
Da ich denke, dass du dich als marxistische Feministin verstehst, empfehle ich dir sehr Silvia Frederici zu lesen. Sie schreibt in ihrem Buch “Caliban und die Hexe” darüber, wie Frauen historisch für die Reproduktion ausgenutzt wurden, da es eben oft im Interesse des Kapitalismus war sie zu entmündigen und auf ihre Rolle dieser Reproduktion zu reduzieren. Frauen, die sich dagegen auflehnten, versuchten sich unabhängig zu machen, vom Patriachat, ihrer vorgeschriebenen Rolle als Mutter wurden als Hexen gejagt. Viele Konservative Strömungen, so auch Trump predigen die traditionelle Familie, die Rolle der Mutter, damit eben mehr Kinder gezeugt werden, deren Arbeitskraft ausgenutzt werden kann und die in den Krieg geschickt werden können. Ich glaube es gibt auch eine feministische Auslegung der Mutter, aber die Indoktrinierung von der du sprichst wird historisch von der Rechten genau in die andere Richtung getrieben in die du es beschreibst. Uns als queeren Menschen geht es nicht darum die Mutter zu entwürdigen, also fühl dich bitte nicht angegriffen in diesem Teil deiner Argumentation, sondern darum uns eben unabhängig zu machen von traditionellen Geschlechterrollen, die benutzt werden, um uns zu kontrollieren. Also ja, wir können uns selbstbestimmt unser eigenes Geschlecht aussuchen, denn alles andere wäre eben Herrschaft über uns. Queer sein zu können ist nur durch linken politischen Widerstand möglich geworden und erfordert diesen weiterhin. Das heißt nicht, dass andere feministische Strömungen illegitim sind, solange sie uns eben nicht diese Selbstermächtigung absprechen.
Das mit den Indigenen hatten wir davor abgesprochen und auch in dem Moment in dem ich das Schild umgedreht habe, habt ihr es als Kompromiss akzeptiert. Es lag keinesfalls in unserer Absicht euch zu Zensieren, jedoch müssen wir als Space darauf achten keine Minderheiten auszuschließen, was durch rassistische oder queerfeindliche Begriffe passieren könnte, deshalb war es durchaus wichtig für uns dieses Wort nicht an unsere Tür zu hängen. Wie gesagt, öffnet euch doch bitte begrifflich in diese Richtung, um keine Menschen auszuschließen, selbst wenn es zum Beispiel für Ernesto okay wäre. Es gibt eben viele viele Andere Menschen, die sich mit diesem Begriff nicht wohlfühlen und wie du meintest, müsst ihr ja nicht darauf bestehen. Es gibt auch keine Grund dafür und spaltet eben, denn Ausschluss bedeutet eben immer dies: Spaltung. Es wäre respektvoller diese Stimmen wahrzunehmen und theoretisch mit einzubeziehen und würde zudem eine Brücke zwischen verschiedenen Bewegungen ermöglichen.
Ich fand was du am Mikrofon gesagt hast übrigens sehr gut und ich glaube es gäbe ja sonst viele ähnliche Ideen 💡
Schade dass wir darauf nicht weiter aufbauen können. Alles gute im Kampf gegen den Militarismus und Faschismus 🌱
Regina:
Ich bin keine marxistische Feministin, ich bin Matriarchatstheoretikerin. Ich empfehle dir Heide Göttner Abendroth, die in allen Ländern der Welt herumgereist ist und geforscht hat, die existierenden Matriarchate untersucht hat und als Archäologin nachgewiesen hat, daß in der Jungsteinzeit die ganze Welt von Matriarchaten besiedelt war . Überall gab es weibliche Figuren , bzw Göttinen , andere sagen auch Fruchtbarkeitsgöttinen, das drückte aus, daß das Leben geheiligt war. In dieser Zeit kannten die Menschen keine Herrschaft, die erst mit Patriarchat und Krieg in die Welt kam. Deine Verallgemeinerung , daß Reproduktion oder die Rolle als Mutter an sich verwerflich sei, ist eine gefährliche Ideologie , die das Kind mit dem Bad auschüttet. Sie vergißt bzw leugnet, daß Jahrtausende lang die Frau, auf Grund genau dieser Eigenschaft der Reproduktion des menschlichen Geschlechts veehrt wurde, weswegen es nur Göttinen und keine Götter gab. Götter kamen erst mit dem Patriarchat.
Es ist richtig, daß Frauen historisch als Gebärmaschine mißbraucht wurden. Das lag aber nicht an der natürlichen Eigenschaft der Frau, Kinder zu gebären , sondern an der Form wie die Reproduktion im Patriarchat , wovon der Kapitalismus eine Form ist, organisiert wurde . Nämlich unter den Bedingungen des Privateigentums, in dem die Frau in der Familie, der Keimzelle von Herrschaft, eine untergeordnete Rolle einnimmt.
Du verwechselst die natürliche Eigenschaft der Frau , Kinder zu gebären, mit einer gesellschaftlich zugeschriebenen Rolle. Es ist eine Hybris , sich einzubilden, man könne sich sein Geschlecht aussuchen bzw selbst bestimmen. Das endet dann in Selbstverstümmelung , indem sich junge Mädchen, von dieser Ideologie in die Irre geführt, Geärmutter rausnehmen lassen und die Brüste abschneiden lassen , was die meisten hinterher breuen , aber leider sind das irreversible Eingriffe. Wir haben es hier mit einer Massenbewegung zu tun. Dasselbe gilt für junge Männer, die sich verstümmeln lassen.
Ist dir nicht aufgefallen, daß diese Ideologie staatlich verordnet wird und vom Kindergarten an , verankert in den Lehrplänen in der Schule die Kinder in diese Richtung getrimmt werden? Das kommt ganz von oben und hat mit linkem Widerstand nichts zu tun. Die UN-Konferenz über Frauen in Peking 1995 hat den Startschuß für diese Verirrung gegeben
Bei dieser Konferenz ( Dale O’Leary ), wurde die weibliche und männliche Identität von der Natur abgetrennt und als soziale Rolle definiert. Die soziale Geschlechtsidentität, die sie Gender nannten, sollte mit den natürlichen Geschlechtsorganen, die uns durch die Geburt gegeben sind, nichts mehr zu tun haben. Auf dieser Konferenz in Peking 1995 wurde ganz offen das Ziel der Bevölkerungsreduktion propagiert.
Was das Wort Indianer betrifft , mußt du mir mal erklären, wieso das irgendjemanden ausschließt. Das versteh ich nämlich nicht.
Ich hoffe dir ist klar geworden, daß eure Queere ideologie mit eurer Veehrung z.B. der Mapuche in krassem Gegensatz steht.

ein Waldbesetzer:
ich hab deinen text gelesen und darüber nachgedacht, aber ich mag nicht mehr weiter diskutieren
Regina:
Wenn du dich irgendwann wieder meldest, würde ich mich freuen.
