Ein Kommentar zu Heinz

Dies ist ein Kommentar zu dem aufschlußreichen neuen Artikel von Heinz, Imperium Amerikana der uns offenbart , mit welchem politischen Selbstverständnis des „Cheftheoretikers“, einer bestimmten ehemaligen Fraktion des Nachdenkseiten Gesprächkreises Frankfurt, wir es hier zu tun haben. Er hat kürzlich zusammen mit dem KI-Unternehmer Pascal Lauria den Nachdenkseiten-Gesprächskreis Frankfurt gespalten . Jetzt gibt es 2 Gesprächskreise. Früher hat er sich immer zurückgehalten, jetzt muss er sich nicht mehr verstellen.

Dieser Artikel könnte auch in der FAZ stehen, wenn er nicht das Niveau eines Schulaufsatzes hätte. Er offenbart ein rechtes staatmännisches Politikverständnis, ohne jeden Funken an Kritik am Imperialismus, an der Einverleibung fremder Völker und der Versklavung des eigenen Volkes .

Wenn man imperiale Politik ganz normal findet, leugnet man am besten, wenn sich die unterworfenen Völker erheben und einen dauernden Krieg an den Grenzen führen, der schließlich, neben dem Aufstand im Innern, Inflation usw wesentlich zum Untergang des Römischen Reiches beigetragen hat.

„So endete die römische Republik nicht mit einem offiziellen Akt, sondern durch eine schleichende Umdeutung ihrer Institutionen. Der Senat blieb bestehen, Wahlen fanden weiterhin statt – doch die entscheidende Macht konzentrierte sich bei einem Einzelnen.“

https://nachdenken-in-frankfurt.de/imperium-americana/

Demnach hat es einen Untergang ,also den kompletten Machtverlust des Römischen Reiches durch den Sieg der Germanen gar nicht gegeben. Es war nicht der Sieg des Goten Oduaka, eines germanischen Warlords, der 476 des Ende des Weströmischen Reiches mit dem Sturz von Romulus Augustulus besiegelte .

Die mit der gegenwärtigen Abschaffung des Völkerrechts gegebene Zeitenwende mit dem Übergang zum Kaisertum im alten Rom zu vergleichen, zeigt die schülerhafte Kleingeistigkeit dieses essay.

Ein Macht -und Imperien affirmierendes Geplänkel will auch von dem Klassenkampf des aktuellen Trump’schen Imperialismus nichts wissen.

Am 2. Februar veröffentlicht, ist dies die Dokumentation der Kritiklosigkeit an der Davoser (Januar 26) Selbstermächtigung Trumps der mit seinem Board of Peace Investoren sucht , um während des laufenden Genozids, Gaza zu einem Labor für ein technokratisches digitales Konzentrationslager zu machen . Die technokratischen Weltherrschaftsambitionen von Trump hat er gar nicht bemerkt . Da gefällt sich der Autor lieber in der Entdeckung eines „augustinischen Moments“

Die Vorbereitung einer weltweiten Technokratie mit seinem Board of peace deutet er als „Reimperialisierung“ d.h. er benennt diese nicht beim Namen, behandelt diese vielmehr als unvermeidlichen Lauf der Geschichte, die heute, wie schon bei den Römern stattgefunden hätte.

Anstelle von Aufklärung und Kritik stehen Ignoranz, Selbstgefälligkeit und Legitimation des Bestehenden.

Zum Schluß spielt er Staatsmann und schwingt sich zum Ratgeber für die europäischen Politiker auf. Heinz wähnt sich auf der Ebene von Marc Carney

„Für Europa und insbesondere für Deutschland folgt daraus eine unbequeme, aber unvermeidliche Konsequenz: Eigenständigkeit ist keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit. Politische Souveränität entsteht nicht durch Bekenntnisse, sondern durch die Fähigkeit zur Interessenformulierung, zum Ausgleich und zur diplomatischen Gestaltung. Wer keine eigenen Interessen definiert, übernimmt zwangsläufig die Interessen anderer.“

https://nachdenken-in-frankfurt.de/imperium-americana/

Als würden die Europäer und Deutschen durch Aufrüstung und ihren Anstrengungen zur Kriegsfähigkeit nicht längst alles für ihre Eigenständigkeit und Souveränität tun.

Was das für die europäischen Völker bedeutet, darauf verschwendet Heinz keinen Gedanken. Von einer Kritik an dem Sozialkahlschlag , der für diese Eigenständigkeit und Souveränität betrieben wird, ist er Lichtjahre entfernt.

Wir haben es hier mit einem rechten Staatstheoretiker zu tun. Die Machtpolitik, fern von jeder Solidarität, mit der er mit seinem Kompagnion die Spaltung betrieben hat, ist folgerichtige Konsequenz eines solchen Politikverständnisses.

Man fragt sich, was so jemand bei den Nachdenkseiten zu suchen hat.

Durch diese Spaltung ist der Nachdenkseiten Gesprächskreis Frankfurt nicht zerstört worden, sondern existiert im aufklärerischen Geiste des seit 2020 bestehenden, von Ullrich Riedel geführten, Gesprächskreis weiter.

Hinterlasse einen Kommentar