Grundlegendes zu Syrien

Unter den Linken auch in unserem Bündnis gegen den Angriff der Türkei auf Afrin herrscht große Unklarheit über den Krieg in Syrien.
Die Kritik am türkischen Angriff auf Afrin als völkerrechtswidrig findet keine Entsprechung in der Kritik an den völkerrechtswidrigen Angriffen der westlichen Imperialisten auf Syrien .
Davon hören wir nichts.
Deswegen hier ein Paar grundlegende Einsichten, die die Linke vergessen hat:

  1.  „Es ist nicht unsere Aufgabe, Präsident Assad oder die syrische Regierung zu unterstützen oder sich ihr zu widersetzen. Nur das syrische Volk hat das Recht über die Legitimität seiner Regierung zu entscheiden.“https://occupyfrankfurt.net/2017/01/06/petition-haende-weg-von-syrien/Man braucht kein Parteigänger von Asad zu sein , um den Angriff auf Syrien durch westliche Imperialisten zu kritisieren.
  2.  Sowenig in Syrien ein Bürgerkrieg stattfindet, sowenig sind die FSA „Rebellen“. Die FSA sind islamistische Söldner, die sich nicht wesentlich von den anderen islamistischen Gruppen unterscheiden . https://occupyfrankfurt.net/2015/12/09/kriegsmarketing-und-um-was-es-wirklich-in-syrien-geht/
  3.  Die Einzigen, die sich gemäß dem Völkerrecht in Syrien aufhalten, sind die Russen, weil diese von Asad zu Hilfe gerufen wurden. Insofern ist es falsch, die USA und Rußland gleichzusetzen und Aggressoren und Verteidiger in einen Topf zu werfen.
  4.  Zur Zusammenarbeit der Kurden mit den USA:
    „Dabei arbeitete die YPG/YPJ sowohl mit der USA, als auch mit Russland zusammen. Allerdings ließen sie die YPG/YPJ fallen, nachdem der IS besiegt war.“                                                                                                                                        https://lila-f.org/2018/03/15/solidaritaet-mit-afrin-aufruf-zum-anarchafeministischen-blog/

    Die YPG/YPJ haben nicht gleichermaßen mit USA und Rußland zusammengearbeitet.Hören wir eine Quelle vom 20.7.2017

    „Auch Russland, das im Syrien-Krieg zugunsten Assads intervenierte, hielt einst zu den PYD-Kurden. Doch die weigerten sich, zusammen mit Assad gegen den „Islamischen Staat“ (IS) zu kämpfen. Stattdessen befreien die Kurden nun als Spitze der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) das Gebiet um Rakka vom IS. Russland spielt dabei keine Rolle, die Waffen kamen von den USA.……Nun aber setzt man in Washington auf die von säkularen Kurden dominierten SDF. Sie sollen nach Rakka auch das südlichere Deir ez Zor vom IS befreien. https://www.tagesspiegel.de/politik/kampf-um-afrin-in-syrien-tuerkei-will-offenbar-kurdengebiet-besetzen/20088174.html

    Inzwischen haben die Kurden dies getan, die Ölregion um Deir ez Zor befreit und damit die USA, ihrem Ziel näher gebracht, sich des Öls in Syrien zu bemächtigen. afrin2In diesem  video  sieht man eine animation über den Einfall der verschiedenen Truppen in Syrien seit 2011 bis heute

    https://de.southfront.org/syrien-kriegsbericht-vom-15-marz-2018-militarischer-vorstos-von-milizen-nord-hama-ist-ende-gescheitert/

    Die Unterstützung der Kurden mit Waffen haben sich die USA mit zahlreichen Militärstützpunkten im Kurdengebiet bezahlen lassen.afrin

    5. Illusionen der Kurden über ihren Hauptpartner USA kommen diese teuer zu stehen:
    Die Zusammenarbeit der Kurden mit den USA war keine rein taktische, sondern begleitet von Illusionen bezüglich des imperialistischen Greater Middle East Project , auf das sie Hoffnungen setzten. https://occupyfrankfurt.net/2018/01/22/rojava-ein-modell-fuer-was/

    Noch im Juli 2017 wägten sich die Kurden, die soweit gegangen waren, mit FSA Einheiten zusammen zu kämpfen, vor den türkischen Angriffen sicher:
    „Nach Tagesspiegel-Informationen setzen die Kurden nun mehr denn je auf lokale Allianzen. PYD-Chef Salih Muslim sagte: „Im Kanton Afrin leben fast 1,5 Millionen Menschen, sie werden sich verteidigen.“ Dem Politiker zufolge gebe es die von der Türkei genannten FSA-Einheiten um Afrin nicht. „Die meisten FSA-Kämpfer haben sich den SDF angeschlossen, um mit uns Rakka zu befreien.“
    https://www.tagesspiegel.de/politik/kampf-um-afrin-in-syrien-tuerkei-will-offenbar-kurdengebiet-besetzen/20088174.html
    Genau diese FSA Kämpfer haben jetzt Seite an Seite mit der Türkei Afrin überfallen und besiegt.
    Das türkische Triumpf-foto: FSAAfrin ist eingenommen

     

     

     

    Die Kurden haben sich an der Seite der USA so stark gefühlt, daß sie das Angebot, syrische Truppen in Afrin zum Schutz gegen die Türken zu stationieren, abgelehnt haben.

    „Dagegen schlug die kurdische Seite ein im Vorfeld der türkischen Invasion von Russland vermitteltes Angebot der Regierung in Damaskus aus, den völkerrechtswidrigen Einmarsch zu verhindern, indem syrische Truppen in Afrin stationiert würden. “
    https://www.jungewelt.de/artikel/326883.syriens-armee-meldet-erfolge.html?sstr=kurden
    7. Die Kumpanei der Kurden mit den USA hat diesen dazu verholfen sich militärisch in Syrien zu etablieren.
    Es wäre naiv zu glauben , daß die Kurden die Ölreichtümer des von ihnen vom IS zurückeroberten Landes zum Nutzen ihrerVölker nutzen könnten. Die USA setzten Ihre Luftwaffe nicht ein, um Afrin gegen die Türken zu verteidigen, jedoch waren sie mit Luftschlägen schnell dabei als es um die Ölfelder bei Deir ez Zor ging:
    „US-Verteidigungsminister James Mattis rechtfertigte derweil am Donnerstag (Ortszeit) in Washington die Luftanschläge auf »Pro-Regime-Kräfte«. Es habe sich um einen »Akt der Selbstverteidigung« nach einem Überraschungsangriff auf das Hauptquartier der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDK) östlich des Euphrat gehandelt.
    Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, es habe sich um eine »Aufklärungsoperation« einer syrischen Miliz gegen eine »Gruppe von Banditen« in der Nähe einer Ölraffinerie gehandelt. Dabei sei sie plötzlich unter das Feuer der US-geführten Koalitionskräfte geraten. Dieser Vorfall zeige erneut, dass die wahre Intention der USA nicht länger der Kampf gegen den IS-Terrorismus sei, sondern die Besetzung und Kontrolle der ökonomischen Ressourcen des Landes.“
    https://www.jungewelt.de/artikel/327029.wieder-luftangriffe-auf-afrin.html

    Die USA schätzt die demokratische Revolution der Kurden im ölreichen Osten des Landes, weil diese für die USA ein geeigneter Deckmantel sind, hinter dem sie ihre imperialistische Agenda der Balkaniserung des Landes und der Ausplünderung der Ressourcen verstecken können.

     

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Rojava, ein Modell für was?

Wir verurteilen den Angriff der Türkei auf Rojava aufs Schärfste. Unsere Solidarität gilt den heldenhaften Kämpfern der kurdischen Befreiungsbewegung. Allerdings sehen wir hier gefährliche Illusionen am Werk, die dazu führen , daß diese Kämpfer für die Pläne der Imperialisten verheizt werden und Rojava zu einem kapitalistischen Projekt umgemodelt wird.

Aus der jahrzehntelangen Unterdrückung des kurdischen Volkes gibt es nur einen Ausweg, nämlich auf der Basis des internationalen Klassenkampfes und nicht durch Kumpanei mit dem Imperialismus.

Die amerikanischen Militärbasen in Rojava zeigen eine verhängnisvolle Entwicklung.

Die Kurden haben sich nie klar gegen das Greater Middle East Projekt der USA positioniert, in dem die Absicht erkennbar war , die Leiden des kurdischen Volkes für die imperialistischen Expansionspläne zu instrumentalisieren.

MAP OF THE NEW MIDDLE EAST

GreaterM-Project

The following map was prepared by Lieutenant-Colonel Ralph Peters. It was published in the Armed Forces Journal in June 2006, Peters is a retired colonel of the U.S. National War Academy. (Map Copyright Lieutenant-Colonel Ralph Peters 2006). https://www.globalresearch.ca/plans-for-redrawing-the-middle-east-the-project-for-a-new-middle-east/3882

Statt dessen haben sie Hoffnungen darauf gesetzt.

Für Öcalan geht es bei dem Greater Middle East Projekt nicht um eine kriegerische Offensive des westlichen Imperialismus, um mit den sich im Schatten der Sowjetunion dort etablierten Nationalstaaten Libyen, Syrien, Irak, Iran, Afghanistan aufzuräumen und mit der “ Anmaßung“ Schluß zu machen, über die Bodenschätze (Öl) ihrer Länder selbst zu bestimmen, damit diese wieder unter Kontrolle des westlichen Imperialismus gebracht werden. Für ihn ist das Greater Middle East Projekt

notwendig und realistisch“ (um) „das gesellschaftliche Gefüge aus dem Klammergriff des Despotismus (zu) befreien.“

So identifiziert sich Öcalan mit der Ideologie des Imperialismus, der die Regierungschefs der Länder, deren Souveränität er abschaffen will, zu Despoten deklariert . Seine Blauäugigkeit geht soweit, daß er meint , der Imperialismus hätte ein Problem mit der

„ extreme(n) Verarmung der Bevölkerung der Region „ (und es ginge dabei um) „ökonomische Entwicklung, individuelle Freiheiten, Demokratisierung und Sicherheit „

Das Greater Middle East Project, (…), beruht auf jüngsten Analysen des Imperialismus seit 1990 und ist der Versuch, aktuelle Probleme zu lösen. Es geht davon aus, dass die von Frankreich und England nach dem I. Weltkrieg errichtete Ordnung Fehler enthält und den heutigen Anforderungen nicht länger genügt. Es findet sich sogar eine selbstkritische Haltung. So wird es mittlerweile als Fehler angesehen, nach dem II. Weltkrieg im Namen von Sicherheit und Stabilität den Despotismus gefördert zu haben. Die extreme Verarmung der Bevölkerung der Region wird als schädlich und gefährlich für das System eingestuft. Daher sollen ökonomische Entwicklung, individuelle Freiheiten, Demokratisierung und Sicherheit gleichzeitig vorangebracht werden. Mit diesem Modell will man die chronisch gewordenen Probleme und Konflikte (Israel-Palästina, Kurden-Araber, Türkei, Iran) lösen, gleichzeitig das gesellschaftliche Gefüge aus dem Klammergriff des Despotismus befreien und so neue Explosionen verhindern. Es handelt sich um eine Art an die Region angepassten neuen Marshallplan, wie er seinerzeit für Europa umgesetzt wurde. Wenn die Region für das System sehr wichtig ist – und das ist der Fall – und gleichzeitig so etwas wie eine Phase des Chaos durchmacht, dann ist ein Projekt mit diesen Zielen notwendig und realistisch. Es kommt sogar reichlich spät“,   Abdullah Öcalan: Jenseits von Staat, Macht und Gewalt, hier zit. nach der deutschen 2.Auflage, Köln 2015, S.273

Für diese Illusionen werden die Kurden teuer bezahlen.
Der Gesellschaftsvertrag von Rojava aus dem Jahr 2014 http://civaka-azad.org/7-ausgabe-der-civaka-azad-infoblaetter/ gibt Zeugnis darüber ab, wie weit sich die Kurden schon von ihren revolutionären Zielen entfernt haben.

Der Demokratische Konföderalismus , wie er im Gesellschaftsvertrag von Rojava niedergelegt ist, unterscheidet sich grundlegend von der revolutionären Rätedemokratie. Die Arbeiter-und Sodatenräte, mit denen das Rojava- Projekt gerne verwechselt werden möchte, waren eine Organisationsform der revolutionären Arbeiter, die die Produktionsmittel übernommen hatten.

Privateigentum und Klassen

Im Gesellschaftsvertrag von Rojava ist das Privateigentum an Produktionsmitteln jedoch geschützt.

Artikel41:                                                                                                                                                                     Das Recht auf Eigentum und Privateigentum wird geschützt.Niemand darf der Gebrauch des eigenen Eigentums verweigert werden. Niemand darf enteignet werden.

Solange die Ökonomie nach den Grundsätzen des Privateigentums organisiert bleibt, sind die rätedemokratischen Strukturen nur ein politischer Rahmen, während die wirkliche Macht denjenigen gehört, die den Reichtum der Gesellschaft besitzen.

Solange die Eigentumsverhältnisse nicht angetastet werden, ist der Kapitalismus nicht in Frage gestellt. Eine Rätedemokratie, die alleine in der politische Späre verbleibt, kann sich sehr gut mit dem Kapitalismus vertragen , denn die Abtrennung der politischen Sphäre von der Ökonomie, die nach Maßgabe des Privateigentums organisiert ist, ist das Grundprinzip des kapitalistischen Staates. In der rein formalen politischen Sphäre, als Staatsbürger, werden die Menschen als Gleiche behandelt:

Artikel6:                                                                                                                                                                 In den demokratisch-autonomen Verwaltungen ist jedes Individuum und jede Organisation vor dem Recht gleich.

Die Realität der Gesellschaft ist eine andere, nämlich eine Klassengesellschaft, in der die herrschende Klasse Privateigentümer des Reichtums der Gesellschaft ist, welche die Klasse der Eigentumslosen, die nichts haben außer ihrer Arbeitskraft, ausbeutet. Die Behandlung von Kapitalisten und Arbeiter als gleiche Rechtssubjekte ist die Form , in der im Kapitalismus der Klassengegensatz organisiert und zugleich verschleiert wird. Mit der Behandlung als Privateigetümer – jeder hat die gleichen Rechte- wird von den Klassen, der realen Ungleichheit abstrahiert. Denn auch die Eigentumslosen gelten als Privateigentümer , als Besitzer der Ware Arbeitskraft.  Es wird nicht danach gefragt , wieviel Privateigentum einer hat, wie er es erworben hat. Das Wort Ausbeutung kommt nicht vor .Von Klassen hört man nichts in diesem Gesellschaftsvertrag. Es wird so getan, als ob diese nicht existieren würden.Weit davon entfernt Lohnarbeit in Frage zu stellen, wird diese vielmehr geschützt.

Konkurrenz und Lohnarbeit werden geschützt

Artikel 42:  Das wirtschaftliche System in den demokratisch-autonomen Verwaltungen basiert auf gesellschaftlicher Entwicklung,  Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit der Produktion sowie den wissenschaftlich-technologischen Möglichkeiten. Der Zweck der Entwicklung der Produktion und der ökonomischen Entwicklung beruht auf den menschlichen Bedürfnissen und dem Ziel, ein würdevolles Leben zu ermöglichen. Die demokratisch-autonomen Verwaltungen dulden eine legitime wirtschaftliche Konkurrenz und den Grundsatz, dass alle gemäß ihrer Arbeit entlohnt werden. Wirtschaftliches Horten in einer Hand (Monopolbildung) ist verboten. Nationale Produktionsmittel werden geschaffen.

Daß alle gemäß ihrer Arbeit entlohnt“ werden ist das Prinzip der kapitalistischen Lohnarbeit.                      Nationale Produktionsmittel“ werden geschaffen. Die hat es hier auch in Deutschland in Form der Bahn und Post gegeben. Solange der Umfang der Verstaatlichung offen bleibt , handelt es sich nicht um eine Infragestellung des Kapitalismus.                                                                                                            Wirtschaftliches Horten in einer Hand (Monopolbildung) ist verboten.“ Auch ist in unserer Verfassung ist Monopolbildung verboten.

Kein anarchistisches sondern sozialdemokratisches Programm

Alles in Allem handelt es sich hier um ein sozialdemokratisches Programm, das den Kapitalismus nicht grundlegend in Frage stellt und die Bezeichnung anarchistisch nicht verdient.

Bodenschätze

Artikel 39: Alle Bodenschätze und natürlichen Ressourcen gehören der gesamten Gesellschaft. Ihre Nutzung, Verarbeitung und Gebrauch wird durch Gesetze geregelt.

Artikel 40: In den demokratisch-autonomen Verwaltungen gehört jeglicher Grundbesitz und Boden der Bevölkerung. Nutzung und Aufteilung werden durch Gesetze geregelt.

Da die Gesetze das Privateigentum in den Mittelpunkt stellen , werden Privateigentümer Nutznießer der Bödenschätze. Das steht im diametralen Gegensatz zu der Aussage, daß Bodenschätze der gesamten Gesellschaft gehören. Bisher ist der Griff der Imperialisten nach den Bodenschätzen nocht nicht offensichtlich. Schließlich braucht man noch die Illusionen der Kurden, die für ihr revolutionäres Projekt ihr Leben geben. Die militärischen Angriffe durch die Türkei und durch die Islamisten, die beide  mit der USA kooperieren, gegenüber denen sich die USA als Schutzmacht für die Kurden aufspielt, geben den Erpressungsrahmen ab für die Verteilung der Bodenschätze im Sinne der Imperialisten.

Gewaltenteilung

Artikel 13: Durch diesen Vertrag wird die gesellschaftliche Gewalt in die gesetzgebende, rechtsprechende und exekutive Gewaltgeteilt (Prinzip der Gewaltenteilung).

Artikel 63: Die unabhängige Justiz ist der Grundstein der Gerechtigkeit. Sie repräsentiert das Gewissen und die Moral der Bevölkerung.

Die Abtrennung von Moral und Gewissen von der Bevölkerung ist Ausdruck davon, daß die Gesellschaft selbst ohne Moral und Gewissen funktioniert und die Moral in eine gesonderte Institution ausgelagert wird, wie es beim kapitalistischen Staat der Fall ist.

Was gut und was schlecht ist, entscheiden die Menschen nicht selbst. Diese Kompetenz ist in die Justiz ausgelagert, die nach dem Recht des Privateigentums entscheidet.

Vörläufer dieser Abtrennung sind die patriarchalen Religionen, insbesondere die abrahamitischen Religionen, in denen eine „heilige Schrift“ ,die Propheten, oder die Kirche den Menschen vorschreibt , was gut und was böse ist und dabei allesamt den Krieg als heilige Aufgabe definieren. (Besonders deutlich im alten Testament). Im säkularen kapitalistischen Staat sagt das Rechstsystem , was richtig und falsch ist.

Der Gesellschaftsvertrag von Rojava ist voll von den illusionären Idealen des kapitalistischen Staates.

Der einzige Unterschied besteht darin, daß es nicht ein zentralistischer Staat sein soll, sondern ein kommunaler Föderalismus.

In diesem Gesellschaftsvertrag sind die antikapitalistischen, revolutionären Ideen, die wir in Öcalans Schrift „Jenseits von Staat Macht und Gewalt“ finden, schon weitgehend revidiert, ein Prozeß der noch anhalten wird , da die Kurden in immer größere Abhängigkeit von ihrem vermeintlichen Beschützer die USA geraten werden, solange sie sich nicht grundlegend von diesem lossagen.

Artikel 12: Die demokratisch-autonome Verwaltung ist Teil eines nicht zentralistisch organisierten zukünftigen Syriens und dessen Vorbild. Ein föderales System ist das passendste Modell für Syrien, und das Verhältnis zwischen den autonomen Verwaltungen und der Zentralregierung

Dies ist ein expansionistisches Konzept , das mit revolutionärer Befreiung der syrischen Gesellschaft nichts zu tun hat. Es ist eine Anmaßung der Kurden ihr auf das US Militär gestützten Gesellschaftmodell , das auf den Illusionen des kapitallistischen Staates basiert, als Modell für ganz Syrien hinzustellen. Sie machen sich damit zum Handlanger des US-Imperialismus, der ebenfalls Rojava als Modell für ganz Syrien sieht:

David Sutterfield (U.S. Sectretary of state ) sagte am 15.Jan 2018 :

Wir werden Syrien nicht verlassen. Wir bleiben aus verschiedenen Gründen:

      • Stabilisierung und Unterstützung im Norden und Nord-Osten.

      • Schutz unserer Verbündeten, der SDF, die so vorbildlich gegen ISIS gekämpft haben,

      • versuchen helfen, die politischen Strukturen in diesem Bereich zu einem Modell für den Rest von Syrien zu transformieren“ Sutterfield  https://www.rt.com/news/415894-turkey-us-syria-border-force-threat/

Die Rosa Luxemburg Stiftung geht noch weiter und fragt:RLS-Rojavahttps://newstral.com/de/article/de/1024332264/rojava-ein-alternatives-modell-für-

Der kommunale Föderalismus, der die kapitalistische Eigentumsordnung nicht tangiert, ist die passende Struktur für den westlichen Imperialismus, der bestehende Staaten und Nationen zerstört und  nicht mehr auf das Konzept des Nationalstaates setzt , weil er sich als Weltstaat etablieren will.

 Die Frauenemanzipation in Rojava wird in einem gesonderten Artikel behandelt werden.

Solidarität mit dem kurdischen Kampf gegen die IS

Wir solidarisieren uns mit dem heldenhaften Kampf der kurdischen Befreiungsbewegung in Syrien.

Die anitpatriarchale, antikapitalistische Rätegesellschaft, die in Rojava in die Praxis umgesetzt wird, ist ein Gesellschaftsmodell, das den Ausweg aus dem globalisierten Kapitalismus, der heute ein Vernichtugnspotential entfaltet, das den Fortbestand der Menschheit und des Planeten Erde bedroht, aufzeigt.

Dieses menschenverachtende System kann nur noch mit Raubakkumulation, den Nato-Eroberungskriegen der letzten Jahrzehnte und fortschreitende Implementierung faschistischer Regierungen, (Ukraine) aufrechterhalten werden.

Es geht um die Weltherrschaft der USA, die keine konkurrierenden Mächte ( Rusland und China) neben sich dulden und die mit Krieg und militärischer Bedrohung eine neue Weltordnung installieren will. Dabei sollen Staaten , insbesondere im Nahen Osten, in Territorien verwandelt werden. Es geht um die unbedingte  Kontrolle über das Öl, auf welchem das Petrodollarsystem basiert, mit dem die Ausplünderung der ganzen Welt betrieben wird. Der BeinaheCrash des Finanzsystems 2008 führte zu einer Garantie für die Fortsetzung der atemberaubenden Profitorgie des Finanzkasinos, indem die Staatengemeinschaft die faulen Kredite der bankrotten Banken übernahm. Die Fortsetzung des Finanzkasinos hat inzwischen zu einer neuen gigantischen Spekulationsblase geführt, welche die von 2008 weit in den Schatten stellt. Diese  ist nur möglich mit der Nullzinspolitik der Zentralbanken und der grenzenlosen Verschuldung des amerikanischen Staates. Letztere basiert auf dem Petrodollarsystem, ohne das der amerikanische Staat schon mehrfach pleite wäre.  Das Vertrauen in den Dollar als Weltgeld gründet sich  auf die blanke militärische Gewalt,  inwieweit die USA die Erdölproduktion unter ihre Kontrlle bringen kann und da stellt sich die Existenz souveräner, erdöbesitzender Staaten wie Rußland, Iran und Syrien als hinderlich dar.

Die zunehmende Verletzlichkeit des Finanzsystems steht in direktem Verhältnis zur zunehmenden militärischen Agressivität der USA und ihrer Nato-Vasallen.

Die Nato bedient sich dabei islamistischer Fußtruppen, die einerseits wie in Syrien als Söldner den militärischen Kampf gegen die Asad Regierung betreiben und andererseits als Legitimation für offene Kriege und Militärschläge der Nato dienen sollen, wie derzeit die IS, die jetzt als islamistischen Terroristen fungieren, gegen die jetzt der Luftkrieg geführt werden müsse, wobei es in Wirklichkeit um die Bombardierung Syriens geht.

AlQaida, IS, ISIS, FSA sind allesamt von der CIA hochgezüchtet , von Saudiarabien und Qatar bezahlte Mörderbanden, die in Jordanien ausgebildet (gehirngewaschen), von der Türkei unterstützt , von Nato Beratern rekrutiert und koordiniert werden und sich bei ihren bestialischen Greueltaten auf den Islam berufen. Diese Todesschwadronen, die sich für heilige Krieger halten, gehen mit extremer Brutalität vor. Es handelt sich um ein und dieselben Kämpfer, denen vom Pentagon gegensätzlichen Rolle zugeteilt werden.

Dieser Zusammenhang wird durch Umbenennung ( von AlQaida in FSA und jetzt wieder in IS) und einem gigantischen Lügenapparat der Mainstream Medien verschleiert. Die größten Verbrecher , die die Kriege anzetteln und die Mörderbanden ins Leben gerufen haben, unterstützen und steuern, möchten der Menschheit weismachen, daß sie Befreiungsbewegungen gegen Diktatoren ( zum Sturz von Asad) unterstützen und einen Krieg gegen islamistische Terroristen führen.

Der Aufschwung der IS ist von der Nato gewollt, Hilferufen der irakischen Kurden an die USA blieben unbeantwortet, damit mit dem neuen militärischen Kampf gegen die IS in Syrien der Plan der Zerstörung des syrischen Staates weiter betrieben werden kann.

Der Genozid, den die IS an den selbstbestimmten Kurden in Rojava verübt, ist von der USA und Nato gewollt. Denn eine selbstbestimme, antikapitalitsiche , antipatriarchalische Räteregierung steht in noch größerem Gegensatz zu den Natoplänen, als ein syrischer Staat.

Die Luftschläge der USA dienen in erster Linie nicht dem Schutz der Kurden gegen die IS.

Zum Schutz der Kurden in Syrien Luftschläge von den USA zu fordern, verbietet sich daher und hat mit einer Solidarität mit den kurdischen Kämpfern nichts zu tun.

Damit beteiligt man sich an der Verschleierung über die wirklichen Ursachen des Kriegs gegen die Kurden in Syrien und versucht den Widerstand in die Bahnen der Kumpanei mit den Kriegsverursachern zu lenken.

Die Kurden in Kobane brauchen eine bessere Ausrüstung, um sich gegen die militärisch überlegene IS selbst zu verteidigen.

Stopp dem Massaker an den  Kurden durch die IS und deren Hintermänner !

Stopp dem Krieg der Nato gegen  den syrischen Staat !

Stopp der Unterstützung der IS durch Nato, Türkei, Saudiarabien und Qatar !

Für die Aufhebung des PKK-Verbots !

Abzug der Patriot Raketen aus der Türkei !