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Was Occupy von Taksim lernen kann..

Veröffentlicht: November 18, 2013 von asambleasueberall in Asamblea
Figen Yüksekdag  schreibt in der „junge Welt“:

„Schon vor der Erstürmung des Taksim wurden an etwa 60 anderen Stellen in Istanbul Parks besetzt und so Orte geschaffen, an denen die Bewegung weitergehen kann. Nach der Räumung des Taksim-Platzes ist diese Zahl stark angestiegen, die Menschen eigneten sich Hunderte Parks an. Die zentrale Bewegung hat sich also vom Taksim ausgehend regionalisiert, in die lokalen Plätze und Parks des Gebiets von Istanbul hinein.

Auf diese Weise wurde die Idee der ersten Proteste in breitere Bevölkerungsschichten hineingetragen, sie ist ein Teil des alltäglichen Lebens der Menschen geworden. Im Grunde war die polizeiliche Stürmung des Gezi-Parks daher kein Erfolg, sondern eher eine Niederlage für die Regierung. Sie nahm an, die Leute würden nach der Räumung einfach in ihre Wohnungen zurückkehren und die Sache wäre vorbei.

Die öffentlichen Foren der Demonstranten bilden mittlerweile eine Art Volksräte, insofern ist ein neues Mittel des Kampfes entstanden, das wir in dieser Form zuvor nicht hatten. weiter….

Die Monsanto Facebookbewegung ist keine Graswurzelbewegung

Die Fachebookbewegung gegen Monsanto ist eine globale Bewegung.

http://occupy-monsanto.com/march-against-monsanto-may-25-2013/

Non-hierarchical Occupation of Monsanto Everywhere” ist eine zentrale Parole. Eine Bewegung ist nicht allein schon deshalb eine nicht hierarchische Bewegung, weil sie eine Facebookbewegung ist.

Denn: Wie hat sich diese Facebookbewegung konstituiert?
Es gibt eine Webseite und fast 400 Facebook Ableger in Städten auf der ganzen Welt. Der Aufruf wurde zentral verfaßt und in verschiedene Sprachen übersetzt. Auf der ganzen Welt folgt diese Bewegung diesem zentralen Aufruf. Ist das non-hierarchical?

Was ist “ Non-hierarchical”?

In einer Bewegung , in der die Menschen ihre Interesssen selbst in die Hand nehmen, verlaufen die Entscheidungsprozesse von unten nach oben. Die unterste Ebene hat die meiste Macht. Hier fallen die Entscheidungen im Konsensverfahren. Das was die unterste Ebene will, wird nach “oben” in eine Versammlung der Vertreter der Communities kommuniziert, um diese mit anderen Communities abzustimmen.Wenn man sich auf einer oberen Ebene nicht einigen kann, müssen diese Entscheidungen nochmal in der unterene Ebene diskutiert und überarbeitet werden.

Eine nicht hierarchische Bewegung wird von unten aufgebaut und die Diskussion verschiedener Standpunkte ist ein wichtiges Element.

Es gab hier aber keine Diskussionen, wie der Aufruf gegen Monsanto auszusehen hätte, keine Abstimmung unter verschiedenen Gruppierungen um sich auf eine gemeinsame Plattform zu einigen.

Deshalb ist der Aufbau dieser Bewegung alles andere als “Non-Hierarchical”.

Diese Bewegung ist genau das Gegenteil davon.

Facebook machts möglich. Es wird hier mit einem allgemeinen Unmut gegen Monsanto operiert, denn gegen Monsanto zu sein, das ist ja wohl selbstverständlich.

Es ist aber überhaupt nicht selbstverständlich, daß in dem Aufruf die zentrale Forderung gegen Monsanto: “Kein Patent auf Leben” für die es auf der ganzen Welt bereits mehrere Bewegungen gibt, fehlt.

So haben wir eine globale Begwegung, der ohne Diskussion eine Ausrichtung untergejubelt wird, welche die Mobilisierten ablehnen würden , hätten sie darüber nachgedacht.

Der Kampf gegen Patente auf Pflanzen und Tiere ist zentral im Kampf gegen Genmanipullation.

Denn bei der Gentechnik geht es um einen Enteignungsprozeß.

Die Patentierung von Saatgut führt dazu , daß der traditionelle Prozeß, in dem der Bauer sich sein eigenes Saatgut zieht, kriminalisiert wird. Die Bauern werden abhängig gemacht vom patentierten Saatgut, das den Gentechnik Multies gehört und für das sie horrende Lizensen bezahlen müssen. Es wird dann den Bauern verboten ihr eigenes Saatgut zu ziehen, andernfall kriegen sie eine patentrechtliche Klage der multinationalen Biotechnologie-Industrie an den Hals. In Indien haben sich 250000 Bauern bereits das Leben genommen, weil sie auf die falschen Versprechungen von Monsanto, das Saatgut würde eine bessere Ernte bringen hereingefallen und letztendlich in die Schuldenfalle geraten sind.

Dieser Enteigung und Unterwerfung unter den Profit der Agrogentechnikmulties gilt unser Kampf gegen die künstliche Manipulation des natürlichen Reproduktionsprozesses von Pflanzen und Tieren.

Eine Bewegung, die diese zentrale Forderung, das Verbot der Patentierung von Leben wegläßt, kratzt nur an der Oberfläche und unterstützt letzendlich diesen Prozeß.

Es ist auch nicht selbstverständlich, daß die deutschen Gentechnik Multies , wie Bayer und BASF und Syngenta (Schweiz) überhaupt nicht in die Schußlinie geraten, ganz so als gäbe es sie nicht und würden sie nicht genau dasselbe machen wie Monsanto.

http://www.youtube.com/watch?v=zOmwB_tUx5E
Es ist weiterhin nicht selbstverständlich, daß nur der “amerikanische Monsanto Protection act” , worüber man in dem Aufruf jede Aufklärung vermißt , aufs Korn genommen wird und die gleichzeitige Ermächtigung der Agromulties auf europäischer Ebene unerwähnt bleibt.

Seit März werden hier nämlich jede Menge GenTechnik Patente durchgewunken. Der Präsident des Europäischen Patentamtes Battistelli setzt sich neuerdings über die Entscheidung des Europäischen Parlamentes vom Mai 2012 hinweg, die das Europäische Patentamt aufgefordert hatte, diese Patente zu stoppen, weil sie ein Verstoß gegen das geltende Recht sind.“

Daran hat sich das Patentamt im letzten Jahr auch gehalten, aber jetzt sollen in wenigen Wochen gleich ein Dutzend dieser Patente erteilt werden und das obwohl ein entsprechendes

Grundsatzurteil der Großen Beschwerdekammer über ein Patent auf Tomaten (G2/12) noch aussteht.

http://www.keinpatent.de/uploads/media/PM_Battistelli_neue_Patente-1.pdf

Heute, wo wir es global mit imperialistisch gesteuerten Revolutionsexporten zu tun haben http://www.youtube.com/watch?v=5ifKyciJMcc ist äußertse Wachsamkeit geboten.

Es ist nicht zufällig, daß der arabische Frühling reihenweise die Moslembruderschaft an die Macht brachte

Die Manipulation und Instrumentalisierung von Emanzipationsbewegungen basiert auf pauschalen Parolen und dem Mangel an kritischer Reflexion der Beteiligten über Forderungen und Vorgehen.

Nur wenn wir kompromißlos horizontale Entscheidungsprozesse durchsetzen, können wir verhindern , daß wir als Bewegung für Zwecke mißbraucht werden, die nicht die unseren sind.

Eine nicht hierarchische Bewegung gegen die Agrogentechnik muß sich erst noch konstituieren.

Fangen wir damit an.

Im Unterschied zu fast allen Occupygruppen hat Frankfurt nie ein Manifest gehabt, was dazu  geführt hat,  daß Occupy in Frankdurt politisch undefiniert ist, die Grundsätze der internationalen Occupybewegung in Frankfurt mit Füßen getreten werden konnten und jeder behaupten konnte, daß er zu Occupy gehört. Die Occupymahnwache vor der EZB konnte auf dieser Grundlage von Leuten, die als Occupyaktivisten auftreten, offen bekämpft werden. Damit muß Schluß sein.

Entwurf:

1.)Da wir uns von den politschen Parteien nicht vertreten fühlen, stehen wir auf, um uns selbst zu organisieren, unsere Geschicke selbst in die Hand zu nehmen und die Gesellschaft von unten zu organisieren.

2.) Wir sind die 99%

Wenn alle, die für die maßlose Bereicherung durch die 1% bezahlen müssen, aufstehen, um sich das nicht länger gefallen zu lassen, können wir dieser Ausbeutung ein Ende setzen.

Denn wir sind die 99%.

Die Zerstörung der Menschen, der Natur und des Planeten hat derartige Ausmaße angenommen, daß die Frage heute lautet :

Abschaffung von Herrschaft und Ausbeutung oder Untergang der Menschheit.

3.) Horizontale Entscheidungsstrukturen

Wir praktizieren horizontale Entscheidungen und eine Organisierung von unten.

Das ist die Grundbedingung der Befreiung von Herrschaft, die heute wieder mehr und mehr offen diktatorische Formen annimmt.

Wir dulden keine Führer, die sich anmaßen, im Namen von Geführten zu sprechen. Denn solche vertikale Organisierung verhindert die Emanzipation und macht uns zu Unterworfenen der Herrschaftspyramide.

Abgrenzungen, in denen sich “die Besseren” gegen “die Schlechteren” abheben wollen, und ein “oben” und “unten” etablieren, gehören dem System an, das wir überwinden wollen.

4.) Gewaltfreiheit

Diese Gesellschaft basiert auf Krieg. Das Geldsystem ist ein auf Krieg basierendes Ausbeutungssystem. Die ganze Gesellschaft wurde von Geld abhängig gemacht, indem wir aller Existenzmittel beraubt wurden. Die Logik der Macht ist die Logik des Todes. Eine menschliche Gesellschaft können wir nur erreichen, wenn wir der Logik des Todes , die Heiligung des Lebens entgegensetzen und der Vernichtung von Leben ein Ende setzen.

Asambleas lassen sich nicht verbieten

Veröffentlicht: Mai 19, 2012 von asambleasueberall in Asamblea

Während am gestrigen Freitag alle Versammlungen und Diskussionen der Blockupybewegung  von der Polizei erst eingekesselt und dann geräumt wurden, konnte auf der Zeil  eine Asamblea mit etwa 50 Leuten stattfinden, die unbehelligt von der Poizei blieb.

Im Schutz der zahlreichen Einkaufspassanten  auf der Zeil wurden  diese mit Open Mic   über die Hintergründe der totalen Abschaffung der Versammlungsfreiheit während der Blockupy Tage informiert.

Asambleas lassen sich nicht abschaffen

Veröffentlicht: Mai 19, 2012 von asambleasueberall in Asamblea, Uncategorized

Im Zuge der Vorbereitung der Blockupytage bekamen auf dem Camp die Kräfte, die am Erstarken der Widerstandsbewegung  interessiert sind, neuen Auftrieb. Seit etwa 14 Tagen gab es deshalb wieder wunderbare Asambleas.

14. Jan

Veröffentlicht: Januar 7, 2012 von asambleasueberall in Asamblea, Aufruf

aufruf

Weltweite Vollversammlungen für direkte Demokratie.

Kommt am 14. Januar zu den zentralen öffentlichen Versammlungen ( Asambleas)  von occupyFrankfurt:

  • um 12:00 Uhr an der Hauptwache
  • und um ca 14:00 Uhr an der Konstablerwache.

Asambleas sind die weltweite Form der Selbstorganisation der Occupybewegung und stammen  von der spanischen Bewegung der Empörten. Asamblea ist das spanische Wort für Versammlung. Hier findest du die Verfahrensweisen für die Durchführung einer Asamblea.

Der 14. Januar ist der  Tag des weltweiten Asambleas im Rahmen des Aktionswochenendes der Occupybewegung.

Am 15. Januar finden weltweit  Demonstrationen statt.

Hier in Frankfurt gibt es am 16. Januar noch eine weitere Kundgebung gegen die Agrarpolitik um 13:00 Uhr an der Börse, die vom BUND organisiert wird und an der sich  Occupyfrankfurt beteiligt.

Themen für die öffentlichen Versammlungen am 14. Januar:

  1. Profite für die Wenigen, Abladen der Schulden und Schrottpapiere auf die Allgemeinheit
  2. Verarmung, Präkarisierung
  3. Demokratieverlust

Jeder Teilnehmer kann  weitere Themen vorschlagen und ist aufgefordert seine persönlichen Erfahrungen öffentlich zu diskutieren.

Die öffentliche Vollversammlung am 14. Januar  soll in Frankfurt der Auftakt sein, für weitere Vollversammlungen in der Stadt, in denen wir über weitere Themen diskutieren können, wie sie  z.b. in diesem Berliner Aufruf formuliert sind:

Berliner Aufruf:

Am 15. Januar gehen wir auf die Straße, weil wir einen grundlegenden Wandel des politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Systems fordern.

Die massiven Probleme und Ungerechtigkeiten in Wirtschaft, Umwelt und sozialem Miteinander sind global die Symptome eines nicht mehr funktionierenden Gesellschaftssystems, sowie des fortwährenden Demokratieabbaus, eines unsolidarischen Geldsystems und ungerechter Besitzverhältnisse. Daneben gibt es eine Vielzahl weiterer Probleme.

Das System ist nicht in der Krise, sondern die Krise ist das System!
Nur gemeinsam werden wir in der Lage sein, ein gerechtes und solidarisches Miteinander zu entwickeln, deshalb fordern wir echte Demokratie, also dezentrale und basisdemokratische Strukturen, in denen jeder eine Stimme hat und gehört wird.

Das Wettbewerbsprinzip, das uns bereits im Kindesalter eingeimpft wird, sorgt für ein rücksichtloses Gegeneinander, und hindert uns daran gemeinsam an menschenwürdigen Lebensbedingungen für alle zu arbeiten.

Gesucht: Echte Demokratie
Wir sind viele und ganz unterschiedliche Menschen aus allen Gesellschaftsschichten und Altersgruppen. Wir fühlen uns von den gewählten Politikern nicht mehr vertreten und sehen im derzeitigen Parteien- und Repräsentativsystem schwere demokratische Mängel. Zudem werden politische Entscheidungsprozesse immer intransparenter, immer anfälliger für die Beeinflussung durch Lobby-Organisationen und entziehen sich so mehr und mehr der demokratischen Kontrolle und Legitimation. Darüber hinaus führt dieses System zu einer konkurrenzorientierten Spaltung unserer Gesellschaft. Wir wollen, dass alle eine Stimme haben und diese auch gehört wird. Wir wollen direkte Beteiligung aller Menschen, wir wollen echte Demokratie!

Frieden…
Von Kriegen profitiert immer nur eine Minderheit – unzählige Menschen zahlen dafür mit Leib und Leben. Ganze Landstriche werden zerstört und unbewohnbar gemacht, Ressourcen geplündert – und all das geschieht tagtäglich auf dieser Welt. Vor allem auch im Namen “unserer Demokratie” und unterstützt von “unseren Regierungen”. Deutsche Rüstungskonzerne beliefern zudem weltweit Konfliktparteien und verdienen am Leid anderer. Wir sagen Schluss mit allen Kriegen und Schluss mit allen Kriegsvorbereitungen!

Ein echter Wandel
Für uns steht außer Frage: Das Wirtschafts- und Finanzsystem muss völlig neu organisiert werden. Diese Reorganisation beinhaltet die Auflösung international operierender, privater Banken, die Vergesellschaftung global agierender Großkonzerne sowie die gerechte Verteilung vorhandender Werte. Es gibt genug für alle! Niemand müsste an Hunger leiden oder in bitterer Armut leben. All das ist vor allem Ergebnis ungerechter Verteilung.

Wir sollten die Idee des Geldes neu überdenken: Wir benötigen gerechte und funktionierende Finanz-, Wirtschafts- und Geldsysteme, die nicht zyklisch zu immer neuen Krisen, Überschuldungen und Vermögenskonzentrationen führen. Wir sagen: Schluss mit dem Profit- und Wachstumswahn, Schluss mit der Degradierung des Menschen zu “Humankapital”! Schluss auch mit dem Raubbau an Tier und Umwelt! Kooperation statt Konkurrenzdenken! Wir wissen: Eine mögliche Welt ist anders! Wie? Um das zu entscheiden müssen wir alle zusammenkommen und über Alternativlösungen diskutieren.

Freiheit und Menschenrechte
Wir fordern die uneingeschränkte Umsetzung der Menschenrechte weltweit.
Ohne Freiheit ist Alles nichts. Wir fordern ein Ende staatlicher Kontrolle privater Lebensbereiche und den Stopp der Etablierung immer neuer Überwachungswerkzeuge. Wir fordern bedingungsloses Versammlungsrecht sowie eine uneingeschränkte Meinungs- und Pressefreiheit – weltweit!

http://www.facebook.com/events/317094461634310/

http://www.facebook.com/pages/14Ja-World-Popular-Assembly-Day/130579177049075?sk=events#!/pages/14Ja-World-Popular-Assembly-Day/130579177049075?sk=events&s=0

http://acampadaleipzig.org/blog/2012/01/02/kundgebung-demonstration-menschen-vor-profite-14-januar-2012-14-uhr-augustusplatz-leipzig/