Die Transformation von Aufklärung in Antiaufklärung

Veröffentlicht: März 10, 2016 von asambleasueberall in Ideologiekritik, Islamistischer Terror, Uncategorized

Kritik an dem Vortrag von Elias Davidson:

Mythos „Islamistischer Terrorismus“: Produktion, Vermarktung und Verwendung    ( hier als Video)

Der Titel  legt nahe, daß es den “islamistische terrorismus” in Wirklichkeit gar nicht gibt. Ein Mythos ist eine Erklärung , die nicht mit der Realität übereinstimmen muß.

Ein Mythos (maskulin, von altgriechisch μῦθος, „Laut, Wort, Rede, Erzählung, sagenhafte Geschichte, Mär“, lateinisch mythus; Plural: Mythen) ist in seiner ursprünglichen Bedeutung eine Erzählung, mit der Menschen und Kulturen ihr Welt- und Selbstverständnis zum Ausdruck bringen. ….Mythen erheben einen Anspruch auf Geltung für die von ihnen behauptete Wahrheit. Kritik an diesem Wahrheitsanspruch gibt es seit der griechischen Aufklärung ….. Für die Sophisten steht Mythos im Gegensatz zum Logos, der durch verstandesgemäße Beweise versucht, die Wahrheit seiner Behauptungen zu begründen.[2]

In einem weiteren Sinn bezeichnet Mythos auch …… einfach nur eine falsche Vorstellung oder Lüge.[4] So wird etwa das Adjektiv „mythisch“ in der Umgangssprache häufig als Synonymbegriff für „märchenhaft-vage, fabulös oder legendär“ verwendet.[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Mythos

Die Beschuldigung von Islamistischen Terroristen als Verursacher von 9/11 ist nie bewiesen worden und diente als Begründung für den Afghanistankrieg sowie für die Serie der  Angriffskriege der Nato gegen die „Achse des Bösen“, die bis heute andauern. Dies war in der Tat ein Mythos . E.D. nimmt diesen Mythos und leugnet damit die Existenz heutiger islamistischer Terroristen nach dem Motto einmal Mythos – immer Mythos. E.D. überträgt die Unbewiesenheit der Schuld von Osama Bin Laden als Verursacher der Anschläge auf das World Trade Center auf den gesamten islamistischen Terror und erklärt damit dessen brutales Treiben im Nahen und Mittleren Osten für nicht existent. Die Gräueltaten des IS In Syrien, Irak usw sind Realität, ganz im Unterschied zu der fiktiven Beschuldigung von Osama Bin Laden.

Der Mythos des 11.Sept  wird durch diese Verlängerung zum antiaufklärerischen Dogma.

Die Statistik über die Zahl von Terroropfern ist aber kein Geheimnis. Die Zahlen belegen, dass ausserhalb von einigen Kriegszonen wie Irak, Syrien und Afghanistan, Terrorismus eine völlig unbedeutende Bedrohung für das Leben der Menschen, geschweige denn für die nationale Sicherheit eines Staates oder für den Weltfrieden, darstellt. Wo kein Krieg herrscht, läuft der Durchschnittsbürger eine, bis zu hundertmal, größere Gefahr, von einem Familienmitglied als von einem Terroristen ermordet zu werden.

Diese Aussage islamistischen Terrorismus gäbe es nur in Kriegsgebieten ist falsch, weil der Islamistische Terrorismus in ganz Nordafrika , Teilen von Rußland und Asien vorkommt. Die globale Elite hat ein großes netzwerk von islamistischen Terrorismus geschaffen, dessen Existenz hier geleugnet wird. Man kann Kriegsgebiete und islamistischen Terrorismus auch nicht trennen, weil islamistische Terroristen an Stelle von offenen Kriegen oder im Vorfeld davon eingesetzt werden, wie man in Syrien sehen konnte, wo seit 2011 islamistische Söldner eingeschleust wurden, die heute bis zum IS angewachsen sind.

2. Zweitens standen ab 1989 mehr als 10.000 arabische und islamische Militante, die einst gegen die Sowjets in Afghanistan kämpften, zur Verfügung. Sie suchten neue spendable Sponsoren, die ihre Kampffähigkeit und Brutalität gebrauchen konnten. Die Militanten waren bereit überall in der Welt im Namen des Dschihad für Geld, Sex und Drogen zu kämpfen. Sie wurden in den 90er Jahren z.B nach Bosnien, Tschetschenien, Azerbaidschan und Kosovo mit Hilfe westlicher Geheimdienste eingeschleust.

Die standen nicht zur Verfügung, sondern sind vom Westen als Fußtruppen zur Sturz der fortschrittlichen Regierung geschaffen worden. Hier wird so getan , als hätte der Westen nichts mit ihrer Existenz zu tun.

3. Drittens beruht der Mythos des islamistischen Terrorismus nicht auf einer konkreten Bedrohung, sondern ausschließlich auf der Steuerung der öffentlichen Wahrnehmung.

Es ist erstaunlich, wie hier in Punkt 2 die Realität islamistischer Terrorgruppen festgestellt und in Punkt 3 , das glatte Gegenteil behauptet wird, daß es sich nur um manipuliertes Bewußtsein handeln würde und gar keine Gefahr existiere.

Wie wurde der Mythos produziert?
Um eine Idee in einen glaubwürdigen öffentlichen Mythos umzuwandeln, muss sie zumindest ursprünglich durch eine greifbare Realität plausibel erscheinen.

Hier wird behauptet, der eigentliche Sinn, der Schaffung von terroistischen Netzwerken wäre , einen Mythos zu schaffen. Dies ist eine idealistische Verkehrung der Realität, die den Zweck der Schaffung von islamistischem Terrorismus , die Völker zu massakrieren, Staaten zu zerstören und vom Westen kontrollierte shariabasierte Regimes (Kalifate) zu errichten, leugnet.

Nur konkrete, blutige Angriffe, die glaubhaft Muslimen zugeschrieben werden, konnten die Öffentlichkeit überzeugen, dass sie sich vor einer echten Bedrohung fürchten muss.
Aber weil Muslime sich ebenso wenig wie andere Menschen ausgerechnet für Terror und für das Leben im Gefängnis begeistern, standen die Produzenten vor einem Problem.

Hier wird die kriegerische Strömung des IsIam geleugnet. Die monotheistischen Religionen besitzen alle eine kriegerische Komponente, weil sie von ihrem Wesen her absolutistisch und daher imperialistisch sind. Der Glaube, den einzige wahren Gott anzubeten, wurde schon immer mit kriegerischen Mitteln durchgesetzt. Die Verbrechen des heutigen islamistischen Terrors unterscheiden sich nicht von den christlichen Kreuzzügen und der Kolonisierung und “Missionierung” der indigenen Völker in der Vergangenheit. Diese kriegerische Komponente des Islam, die lebendiger ist als im heutigen Christentum, weil im Islam noch keine Aufklärung und Säkularisierung stattgefunden hat, wird vom Westen, auf dem Weg in ein neues dunkles Zeitalter, unterstützt, gefördert und ausgebaut. Aber bei E.D. sind alle Muslime ausnahmslos friedfertige Menschen.

Der Mythos des islamistischen Terrorismus wird durch zwei staatliche Verfahren gepflegt: Erstens durch die Inszenierung von tatsächlichen Anschlägen, die Muslimen zugeschrieben werden, und zweitens durch Versuche, junge bzw. labile Muslime dazu zu verlocken, an einer Terrorverschwörung teilzunehmen.
Die Inszenierung von blutigen Terroranschlägen ist die wirksamste Methode zur Pflege des Mythos. Solche Operationen sind aber sehr teuer, weil sie eine jahrzehntelange Vertuschung erfordern.
Zu den Terroroperationen nach 9/11, die mit Erfolg Islamisten zugeschrieben wurden, zählen der Anschlag in Dscherba in Tunesien 2002, die Anschläge in Istanbul 2003, die Anschläge auf Züge in Madrid 2004, die Anschläge auf die Londoner U-Bahn in 2005, die Anschläge in Mumbai, Indien 2008 und der Angriff auf Charlie-Hebdo in Paris in Januar diesen Jahres.

All diese Anschläge offenbaren typische Merkmale des verdeckten Staatsterrorismus. Diese Merkmale sind: (1) Keine real existierende Organisation bekannte sich  zu den Anschlägen; (2) keine glaubhaften politischen Forderungen wurden gestellt; (3) die angeblichen Täter wurden nicht von Muslimen als Helden oder Märtyrer gefeiert; (4) die betroffenen Regierungen wurden von der Bürde befreit, die Schuld der angeblichen Attentäter gerichtlich nachzuweisen, denn sie waren glücklicherweise tot; (5) die betreffenden Staaten duldeten keine öffentliche Untersuchung der Anschläge; (6) der Hauptverlierer der Anschläge war jedes Mal die muslimische Bevölkerung.

Das alles sollen staatliche Terroanschläge sein, die fälschlicherweise Islamisten zugeschrieben werden. Der einzige Anschlag, wo das wirklich nachgewiesen wurde, ist 9/11.

Man kann in Bezug auf 9/11 nicht bei einer Mythenkritik stehenbleiben wie E.D., nämlich zurückzuweisen, daß Islamisten die Türme durch zum Einsturz gebracht hätten. Die verbrecherische Ungeheuerlichkeit , des wahrscheinlichen, durch zahllose Indizien belegten Hergangs, daß die Elite mit ihren Geheimdienste selbst diesen Einsturz bewerkstelligt haben, wird damit nicht thematisiert , bzw durch die Fokussierung auf den Mythos , daß es Islamisten waren, wird davon abgelenkt.

Bei den anderen soll damit, daß diese Anschläge von Geheimdiensten gesteuert wurden, bewiesen werden, daß die Ausführenden keine Islamisten waren. Dieser falsche Gegensatz, entweder staatlich inszeniert oder islamistisch, existiert aber nicht und verrät das krampfhafte Bemühen, den Islamismus reinzuwaschen.

Die zweite Methode der Mythospflege wurde vom FBI in folgender Weise entwickelt: V-Leute werden in eine muslimische Gemeinschaft eingeschleust. Deren Auftrag besteht darin jemanden zu finden, der als ein Möchtegernterrorist „bearbeitet“ werden kann. Die Bearbeitung des Opfers kann Jahre dauern. Solche V-Leute sind üblicherweise Kleinkriminelle, die sich für eine reduzierte Gefängnisstrafe bereit erklären, dem FBI zu dienen. Der V-Mann erkauft sich die Freundschaft des Opfers durch Geschenke für seine Kinder, Hilfe für eine kranke Tante oder andere Gefälligkeiten. Der V-Mann zeigt seinem Opfer Gräuelvideos über das Verhalten von US-Soldaten gegenüber Muslimen und erzählt ihm von der Unterdrückung der Muslime durch die Ungläubigen.

Später wird das Opfer herausgefordert, ein “echter Muslim” zu sein und durch eine Racheaktion in seinem eigenen Umfeld etwas Bedeutendes zu vollbringen. Wenn sich das Opfer endlich bereit erklärt, “etwas Großes zu machen”, besorgt der V-Mann ihm Sprengstoff und bringt ihn zum Ort des Anschlages, wo die Polizei auf ihn wartet. Mit einem verdeckten Aufnahmegerät werden ihre Gespräche aufgezeichnet. Eine Auswahl der Aufzeichnungen wird dann in der Gerichtsverhandlung vorgelegt, um den fanatischen Vorsatz des Opfers zu belegen. Das FBI behauptet zwar, dass seine V-Leute niemanden zur Planung eines Anschlages anstiften, sondern nur auf Initiativen des Möchtegernterroristen reagieren. Abgesehen von der Unglaubwürdigkeit dieser Schutzbehauptung, steht fest, dass keiner der verhafteten Möchtegernterroristen in der Lage war, Anschläge ohne die Beihilfe des V-Manns zu organisieren. Der einzige Zweck solcher Operationen ist, den imperialistischen Mythos am Leben zu erhalten.

E.D. tut so als ob hinter jedem einzelnen Attentäter ein V-Mann stünde. Er malt hier ein naives Bild der staatlichen Steuerung des islamistischen Terrorismus, das die Selbständigigkeit des einzelnen Terroristen und der islamistischen Gruppen leugnet. Demnach existieren keine islamistische Organisationen die ihre Mitglieder dazu bringen, Anschläge auszuüben , es existieren auch keine Koransuren, die zum Djihad aufrufen, genausowenig , wie die salafistisch, islamistische Ideologie, mit der die Islamisten fanatisiert werden. Dies ist eine weitere,unglaubliche Verharmlosung des Islamismus, die Leugnung seiner religiösen Dimension, die Reinwaschung des kriegerischen Islam.

Viertens trägt der Mythos zur Durchsetzung imperialer Zwecke bei. Dazu zählt die Rechtfertigung von Angriffskriegen und militärischen Einsätzen überall auf der Welt, wo die besagten islamistischen Söldner sich angeblich tummeln.

Hier wird die Exitenz von islamistischen Söldnern in Ländern, die vom Westen angegriffen werden geleugnet. Islamistische Söldner sind jedoch das Instrument der Nato Staaten , um Länder von innen anzugreifen in Ergänzung zu offenen Angriffen von außen.

Allgemein ist also folgendes zu bemerken: Wenn der islamistische Terror ein Mythos, d.h. eine sagenhafte Geschichte,ein Märchen oder schlicht eine Lüge ist, sind z.B. Is, al-Nusra, FSA etc. auch nur Märchen, d.h. nicht real. Mangels realem Haupttäter gibt es dann auch niemanden, der diese Gruppen anstiftet oder ihnen hilft (Finanzierung, Propaganda, Ausrüstung), d.h. die Verursacher des Krieges werden in Schutz genommen. Da aber in Syrien höchst real gestorben wird und das ganze Land in die Steinzeit zurückgebombt wird ( Bandar-Feltman-Plan), muß es offenbar andere Täter geben. Wer das ist, soll der geneigte Leser wohl selbst ergänzen.

Die notwendige Aufklärung über den heutigen Mythos , daß der Westen gegen den islamistischen Terror kämpfen würde , eine ideologische Fassade , hinter der verborgen wird, daß er diesen selbst geschaffen hat und in Partnerschaft mit der Türkei und Saudiarabien diesen als neue Ordnungsmacht des Nahen und Mittleren Ostens aufbaut, wird hintertrieben. Stattdesen wird aus Aufklärung eine Parodie gemacht: Die Linke soll sich mit der absurden Theorie lächerlich machen, daß der islamistische Terror gar nicht existieren würde.

Mehr noch , die ursprüngliche Aufklärung über 9/11 wird in eine Antiaufklärung transformiert, die mit Denkverboten operiert:

Große Teile der Friedensbewegung, Menschenrechtsorganisationen und Gegner des Rassismus haben den Mythos des islamistischen Terrorismus verinnerlicht. Zwar beanstanden sie Ausschreitungen im Krieg gegen den Terrorismus, bezweifeln aber nicht die Existenz der terroristischen Gefahr. Die Friedensbewegung ist daher nicht in der Lage, Politiker als Lügner zu entblößen, wenn sie den Krieg gegen Afghanistan als eine Antwort auf 9/11 darstellen. Menschenrechtsorganisationen, die den Mythos verinnerlicht haben, akzeptieren damit die Notwendigkeit der Terrorbekämpfung und die Notwendigkeit der staatlichen Überwachung.  Gegner des Rassismus können nicht Islamophobie erfolgreich bekämpfen, solange sie den Mythos des islamistischen Terrorismus akzeptieren. Diese Selbstverstümmelung beruht weitgehend auf der Verinnerlichung des Mythos.

Wenn man den islamistischen Terrorismus für real hält , steht man automatisch auf der anderen Seite und ist für staatliche Überwachung und Terrorbekämpfung. Hier wird das Verbot ausgesprochen, die Realität wahrzunehmen, daß es islamistischen Terrorismus gibt. Wenn man das tut, ist man ein psychologischer Fall , der auf Grund von verinnerlichten Mythen Parteigänger des Überwachungsstaates und Rasisst ist.

Dies ist eine gefährliche Argumentation, weil sie an das linke Gewissen appeliert ( keiner will Parteigänger des Überwachungsstaates sein) und mit Angst  operiert: „Wenn du die Existenz der terroristischen Gefahr nicht bezweifelst, hast du einen Mythos verinnerlicht“. Elias Davidson maßt sich an, in einer politischen Auseinadersetzung, die normalerwesie auf der Ebene des Verstandes abläuft, als Psychoanalytiker  aufzutreten,  indem er diese Ebene verläßt  und eine Diagnose über das Unbewußte seines Gegenübers aufstellt: Verinnerlichung eines Mythos. Wer diese Anmaßung nicht zurückweist und sich das zu Herzen nimmt, kann jetzt nicht mehr unvoreingenommen die Realität wahrnehmen. Meine linke Identität kann ich nur aufrechterhalten, wenn ich die Existenz der terroristischen Gefahr leugne. Eine Tabuzone für das freie Denken ist errichtet worden.  Man folgt einer verordneten Blindheit gegen die reale Gefahr des islamistischen Terrorismus um seine linke Identität aufrechtzuerhalten, oder um weiter die Anerkennung des „großen Theoretikers“ Elias Davidson zu genießen.

Konsequenz ist eine affirmative Haltung gegenüber dem Islamismus. Wir waren erschrocken, diese bei einer ansonsten aufklärerischen Gruppe der Arbeiterfotografie feststellen zu müssen, die Krosta.TV mit seiner Werbung für den Salafismus verteidigte.

 Elias Davidson ist Mitglied bei den Freidenkern und seine politische Praxis ist nicht weniger antiemanzipatorisch.

 

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