Wir können nur dann eine starke Friedensbewegung aufbauen, wenn wir die Ausrichtung unserer Bewegung selbst bestimmen und unsere Führer demokratisch wählen.

Veröffentlicht: Oktober 6, 2015 von asambleasueberall in Friedensbewegung

Die Demo in Ramstein am 26.9. 2015 und der Zustand der Friedensbewegung in Deutschland im Sept 2015

Wir erleben derzeit eine Flüchtlingsflut nie gekannten Ausmaßes, keiner weiß, wieviele es noch werden, dann die Kriege in den betreffenden Länder insbesondere jetzt in Syrien eskalieren.

Jeder weiß, daß der Grund für diese Völkerwanderung diese Kriege sind, die im Nahen Osten von der Nato initiiert wurden, aber wir sind weit davon entfernt, einen nennenswerten Widerstand gegen diese Kriege auf die Beine zu stellen.

Die Gefahr eines 3. Weltkriegs wächst. Die Aufrüstung der Nato für einen Krieg gegen Rußland wächst von Tag zu Tag, Truppen an der Ostgrenze zu Rußland wurden seit dem Putsch in der Ukraine in Stellung gebracht, die Logistik für einen Blitzkrieg wurde installiert, Manöver in den Baltischen Staaten, Polen und Rümänien werden immer massiver, die Atomwaffen in Büchel werden aufgerüstet. Mit dieser Nachricht wurden wir am 21.9. in einem Bericht in Frontal21 des ZDF konfrontiert.  Es erfolgt aber kein Aufschrei.

Die Berichte dienen mehr der medialen Einstimmung der Bevölkerung auf die nukleare Aufrüstung hierzulande , daß dieser Krieg nuklear geführt werden wird und zwar nicht nur mit der in allen Kriegen seit dem Irakkrieg verwendeten Nuklearmunition, sondern mit einer neuen Generation von Atomwaffen. Diese seien so effektiv, weil treffsicherer und angeblich angeblich viel weniger gefährlich, so daß ein Nuklearkrieg gewinnbar und deshalb führbar sei. Diese Berichte dienen nicht dazu die Bevölkerung aus ihrer Lethargie aufzurütteln. Die Lügen der wahnsinnig gewordenen westlichen Kriegsstrategen sind so unglaublich, daß sie keiner glaubt.

Keiner kann sich vorstellen, daß sie es ernst meinen, tatsächlich Nuklearwaffen einzusetzen. Aber alles, was sie tun beweist, daß sie genau dieses ersthaft beabsichtigen. Genau in dieser Situation findet 5 Tage später am 26.9. die Demo in Ramstein statt. Diese war nicht geeignet, die Massen zu mobiliseren und diese aus ihrer Verblendung aufzuwecken.

Diese Demonstration richtete den Fokus hauptsächlich auf die Drohnen, die von Ramstein aus, nach Vorgabe der USA über die Satelliten Relaystation abgeschossen werden. Screenshot from 2015-10-04 21:54:59Die Forderungen dazu lauteten:

“Wir fordern daher vom Deutschen Bundestag und von der Bundesregierung, den USA die Nutzung von Ramstein als Basis zur Drohnenkriegsführung zu verbieten und die Satelliten-Relaisstation zu schließen, zugleich selbst auf die Anschaffung von Kampfdrohnen für die Bundeswehr zu verzichten und die Einführung von Kampfrobotern im Militär zu ächten, sowie die illegalen Ausspähpraktiken der NSA in Zusammenarbeit mit dem BND, wofür Ramstein ein Kristallisationspunkt ist, zu beenden” http://www.ramstein-kampagne.eu/

Keine Forderung zur Abschaltung der Steuerungseinrichtung für das Raketenabwehrschild oder die Schließung der Nato -Basis Ramstein oder gar Schließung aller Nato-Basen in Deutschland, oder gar der Austritt Deutschlands aus der Nato.

Diese Forderungen stellen eine Revision der ursprünglichen Forderungen des Friedenswinters dar.

Mit diesem Fokus auf die Drohnen und der entsprechenden Minimalforderung wird die Kriegsgefahr verharmlost.

Auch der Verlauf der Demo zeigt, daß es hier nicht darum ging, die Bevölkerung gegen den Krieg zu mobilisieren. Die Kundgebungen fanden in unbewohntem Gebiet statt, die Hauptkundgebung auf einem Kreisel einer großen Straßenkreuzung. Die Route verlief auf einer großen Straße, wo uns die Autos auf der Gegenfahrbahn sehen konnten oder durch den Wald , wo uns nur die Bäume sehen konnten.

Diese Demonstration mit 1500 Teilnehmern, eine erbärmliche Zahl angesichts des Ausmaßes der Kriegsgefahr ist das Resultat der erfolgreichen Zersetzung der Friedensbewegung durch die Kriegstreiber.

Die Organisatoren um Reiner Braun haben den Optimismus verbreitet, daß diese Bewegung das nächste Mal 10 mal so stark und in der Lage sein würde, die Nato Base Ramstein zu umzingeln.

Aus unseren bisherigen Erfahrungen mit Reiner Braun und Pedram Shahyar wissen wir aber, daß wir ihnen keinen Glauben schenken dürfen, wenn wir eine starke Friedensbewegung aufbauen wollen. Wir sind verraten und verkauft, wenn wir unser Vertrauen in sie zu setzen.

Reiner Braun ist im Herbst 2014 auf den Plan getreten, als sich in Norddeutschland ein gemeinsames Vorgehen von alter und neuer Friedensbewegung abzeichnete und die inszenierte Spaltung zwischen alter und neuer Friedensbewegung drohte, sich aufzulösen. Er setzte sich mit Pedram Shahyar und weiteren an die Spitze dieser Tendenz.

Das Ziel des Friedenswinters war es, eine Einheit von alter und neuer Friedensbewegung herzustellen und die Spaltung, die seit dem Auftreten der Montagsmahnwachen ( neue Friedensbewegung) von Kräften , die der Entwicklung einer starken Friedensbewegung feindlich gegenüberstanden, offensiv betrieben wurde, zu überwinden.

Eine solche Einheit war bitter nötig. Die Einzigen, die aus Anlaß des faschistischen Putsches in der Ukraine auf die Straße gegangen waren, waren die Montagsmahnwachen. Die alte Friedensbewegung brachte selbst keinen Widerstand auf die Straße und griff stattdessen mit den Wortführern Peter Strutinsky und Jutta Dittfurth, mit Unterstützung der “junge Welt” die Montagsmahnwachen in Bausch und Bogen als rechts an.

Wir, die No to NATO Gruppe in Frankfurt ( eher der alten Friedensbewegung zuzurechnen und einige von uns seit den Tages des Jugoslawien Krieges aktiv gegen den Krieg) beteiligten uns an der Montagsmahnwache , weil es für uns oberste Priorität war, den Protest gegen den Krieg auf die Straße zu tragen . Wir haben uns vor Ort davon überzeugt, daß die Montagsmahnwachen keine rechte Bewegung waren . Unsere Kritik an dieser Bewegung und deren diversen Strömungen haben wir in einer solidarischen Auseinandersetzung innerhalb der Montagsmahnwache formuliert.

Damit schwammen wir gegen den Strom der übrigen linken Bewegungen, deren Zersetzung durch AntiDeutsche und diverse andere Agenten schon so weit fortgeschritten war, daß sie sich tatsächlich durch gezielt gestreute Gerüchte verleiten ließen, selbstverständliche Grundlagen linker Politik zu verraten: Die Ideologie der “sauberen linken Identität” die dem Ziel der Schaffung einer starken Friedensbewegung diamentral entgegengesetzt ist, bzw dieses Ziel ersetzte, hatte sich breit gemacht.  Es ging nicht mehr um politische Ziele, sondern um “Identitäten”, um die Frage: Wer bin ich, und diese angeblich linke Identität gewinnt man durch Abgrenzung.

  • Vergessen war die bei den Bewegungen gegen den Afghanistankrieg und Irakkrieg noch selbstverständliche Praxis der Aktionseinheit auf der Basis eines Minimalkonsens bei divergierenden politischen Positionen
  • Vergessen war das Ein-mal Eins der linken Agitation, andere für seine Position durch Überzeugungsarbeit zu gewinnen und so die Emanzipation der Massen zu befördern, was einschließt, sich argumentativ mit divergierenden Positionen auseinaderzusetzen.
  • Vergessen war das Bewußtsein, daß wir nur gemeinsam stark sind
  • Vergessen war, daß die Solidarität unser höchstes Gut und unsere einzige Waffe ist

Daß die Abgrenzungshybris bei den Linken Fuß fassen konnte, zeigt nur, wie weit sie sich bereits von den eigenen Grundlagen entfernt hatten.

Laß dich bloß nicht neben einem Querfrontler sehen. Dann bist du auch einer, denn das färbt ab.

Bei dieser antiaufklärerische Ideologie beurteilt man eine politische Position nicht nach deren Inhalt, sondern wo diese vertreten wird. Wenn auf einer Montagsmahnwache in Frankfurt ein Rechter als Zuhörer gesichtet wird, ist die ganze Montagsmahnwache rechts, ganz egal, was die No to Nato Gruppe z.B. dort vertritt.

Monti Schädel verlangte bei der Frankfurter Friedenswinter Konferenz von den Versammelten, daß diese sich von Katrin MC Lean distanzieren solle und sie nicht mehr als Arbeitsgruppenleiterin auftreten dürfe, weil sie auf derselben Kundgebung geredet hatte, wie Elsässer. Daß Katrin Mc Lean Ellsässer in dieser Rede kritisiert hatte, spielte dabei keine Rolle.

Es geht nicht um politische Inhalte und politische Ziele, sondern um die Unterwerfung unter einen Verhaltenskodex, der mit dem Label “ links” versehen wird, aber nicht das geringste mit linker Politik zu tun hat, sondern eher an mittelalterliche Inqusition erinnert.

Diese Ideologie öffnet der Diffamierung von Personen Tür und Tor. Die Verschiebung des Fokus weg von den Inhalten und politischen Zielen auf Personen ist das Eldorado der Unterwanderer und Zersetzer. Verleumdungen und Stigmatisierungen von Gruppen und verdienten FriedensAktivisten sind heute gang und gäbe in der linken Bewegung und das ist der Grund für ihre Schwäche. Die Ideologie der sauberen linken Identität ist die Ideologie der Zersetzung. Sie führt zu Ausgrenzungen und Abgrenzungen und läßt Solidarität gar nicht erst entstehen.

Diejenigen, die sich als Gesinnungspolizisten aufspielen, leisten den Kriegstreibern gute Dienste. Letztere hatten es offenbar darauf abgesehen, die neu entstehende Friedensbewegung in Form der Montagsmahnwachen von der übrigen linken Bewegung abzuspalten, denn dann wäre womöglich unkontrolliert eine starke Friedensbewegung entstanden, wie wir diese aus den 80iger Jahren kannten. Das mußte verhindert werden. Dazu mußte die Beachtung der Tabulinie der Mainstream Medien , die Aufrechterhaltung der Lügengeschichten über Schlüsselereignisse wie 9/11 sichergestellt werden und auch der Dämonisierung Russlands mußte innerhalb der linken Bewegung Geltung verschafft werden.

Die jahrelange Zersetzungsarbeit innerhalb der Linken, hatte zum Resultat, daß zu den NatoAggressionen gegen Rußland die Theorie der Äquidistanz vorherrschte und die Wahrheit über 9/11 immer noch als Verschwörungstheorie galt. Hören wir  Pedram Shahyar , der hier für solche manipulierten „Linken“ spricht.

Sorry, auch wenn ich fast Pickeln bekomme wenn ich mich solchen Debatte aussetze, aber esoterisch zu sein oder an geheimen Logen zu glauben, oder daran dass die Amerikaner selber den 9.11. veranstaltet haben, das macht noch keinen Neurechten!

Diese Wühlarbeit durfte nicht dadurch gefährdet werden, daß z.B. die aufklärerischen Ideen eines Ken Jebsen oder Daniel Ganser die linke Bewegung erfaßte.

All dies wurde mit den bekannten Diffamierungen durch Jutta Dittfurth und Peter Strutinsky u.a. mit Unterstützung durch die “junge Welt” für lange Zeit erreicht.  Als sich im Herbst 2014 in Norddeutschland eine Überwindung dieser Spaltung abzeichnete, setzte sich Reiner Braun und Co an die Spitze dieser Tendenz und sorgte dafür, daß die Spaltungen fortgesetzt wurden.

Revision der Nato kritischen Forderungen

Reiner Braun und Pedram Shahyar haben die weitgehenden Forderungen , die von den Aktivisten, die die inszenierte Spaltung überwinden wollten, formuliert worden waren, revidiert und statt dessen zahnlose Forderungen aufgestellt.

Screenshot from 2015-10-05 20:50:33http://data9.blog.de/media/209/7973209_ad8520c593_d.pdf

Dies ist der ursprüngliche, von den verschiedenen Initiativen gemeinsam erarbeitete Aufruf zum Friedenswinter. Es ist offensichtlich , daß die Forderungen der Ramstein Demo Revisionen dieser weitergehenden Forderungen darstellen. Das gilt auch für den Aufruf zur Abschlußdemo des Friedenswinters am 10.5. in Berlin, in dem kein Wort der Kritik an der Natopolitik mehr auftaucht.

Abschaffung demokratischer Verfahren

Wie man sieht, war der ursprüngliche Aufruf von den Initiativen aus den einzelnen Städten gemeinsam erarbeitet worden. Dieses selbstverständliche, demokratische Verfahren wurde abgeschafft . Die Teilnehmer am Friedenswinter hatten keinen Einfluß auf den Aufruf zur Demo am 10.5. . Die Organisatoren hatten beschlossen, daß die Friko Berlin diesen verfaßt. Die Kritik an diesem Verfahren auf der Liste erhielt eine arrogante Abfuhr und die AG-Zukunft, (diejenigen, die den Friedenswinter noch über den Mai hinaus aufrecht erhalten wollten) hatten keinen Einfluß auf den Aufruf zur Ramstein Demo.

Fortsetzung der Spaltungen

1.) Monti Schädel Kampagne

Die Wiederherstellung der Spaltung durch die Monti Schädel Kampagne war ein großangelegter, orchestrierter Angriff auf die Herstellung der Einheit zwischen alter und neuer Friedensbewegung, bei dem die taz, junge Welt, die selbsternannten Organisatoren des Friedenswinters um Reiner Braun und Pedram Shahyar und MontiSchädel Hand in Hand arbeiteten. Der Auftritt von Monti Schädel auf der Frankfurter Konferenz des Friedenswinters am 18.3.2015 wurde eingeleitet mit einer Medienkampagne. Das Interview, das Monti Schädel in der taz am 14.3. gab, hatte den Titel „Ein Versuch, der gescheitert ist“. Der Friedenswinter hätte sich nicht genügend gegen rechts abgegrenzt, deswegen müsse jetzt die Zusammenarbeit mit den Montagsmahnwachen, also der Friedenswinter überhaupt beendet werden. Der Zustand der Spaltung zwischen alter und neuer Friedensbewegung sollte wieder hergestellt werden. Katrin Mc Lean gehörte zu den ursprünglichen Initiatorinnen des Friedenswinters und es war offensichtlich, daß es Monti Schädel darum ging, ihr eine Lektion zu erteilen. Die Konferenz sollte sich von ihr distanzieren. Sie sollte als rechts diskreditiert werden. Siehe: https://occupyfrankfurt.net/2015/04/08/was-ist-zersetzung-und-was-ist-links/

Reiner Braun, Pedram Shahyar und Co unterstützten die Monti Schädel Kampagne gegen Katrin MC Lean auf der Frankfurter Konferenz. In der jungen Welt erschien danach ein Interview mit Monti Schädel mit haarsträubenden Phantasien über angeblich organisierte rechte Unterwanderung der Frankfurter Konferenz. Daß die “junge Welt” mit ihren Gepflogenheiten brach und zu diesem Interview mit Monti Schädel keine Gegendarstellung zuließ, obwohl dies von Reiner Rupp, einem bekannten Redakteur gefordert worden war, und auch seinen Brief an die “jungeWelt” nicht abdruckte, zeigt einerseits, wie wichtig die Aufrechterhaltung der Spaltung für die Drahtzieher hinter dieser orchestrierten Kampagne war und für wie gefährlich sie eine Solidarisierung hielten, und andererseits wie tief ihr Einfluß in der “junge Welt” bereits war.

Mit dieser Unterstützung der MontiSchädel Kampagne haben die Organisatoren des Friedenswinters um Reiner Braun bewiesen, daß es ihnen nicht um Einheit der Friedensbewegung, sondern um das Gegenteil ging. Diese Kritk haben wir auch auf der Friedenswinterliste vertreten und wurden zensiert. Aber die Zensur flog auf und es kam zum Vorschein, daß noch eine andere Initiative “ kein Militär mehr” , mit ihrer kompromißlosen Kritik an der Nato, zensiert worden war.

Wir forderten daraufhin, daß wir auf der konstituierenden Sitzung im Mai in Berlin unsere Führung und Koordination selbst wählen sollten.

Email von inanna.matria@gmx.net vom 22.4. auf der Friedenswinterliste:

Es sitzen Leute an entscheidender Position im Kokreis, die Positionen, „Deutschland raus aus der Nato“ und die „Kritik am Ko-kreis, daß dieser Monti Schädel auf der Konferenz in Frankfurt hat zum Zuge kommen lassen“ zensiert haben.  Eine solche Zensur ist wirklich eine Schande und dieses können wir nicht dulden. Mit solchen Positionen das Verbindende zu suchen, ist selbstzerstörerisch. Ich habe nichts dagegen, mit Kristine Kurch zusammenzuarbeiten, aber als Führerin der email Liste hat sie nicht in unserem Sinne gearbeitet und sollte diese Position nicht weiter wahrnehmen. Der gesamte Ko-kreis hat in meinen Augen versagt, indem er Monti Schädel gefolgt ist und dafür gesorgt hat, Katrin McLean als Arbeitsgruppenleiterin zu entfernen. Rainer Rupp hat uns vorgeführt, wie eine souveräne Position gegenüber Monti Schädel im Sinne der Stärkung der Friedensbewegung aussieht.…….

Wir brauchen einen Ko-kreis, der souverän zersetzerischen Abgrenzungsritualen a la Monti Schädel entgegentreten kann. Dazu war der Ko-kreis nicht in der Lage. Wenn sich der existierende Ko-Kreis, nach eigenem Bekunden ganz zufällig und spontan zusammengefunden hat, dürfte es ja kein Problem sein, erstmals einen zu wählen, der wirklich Vertrauen genießt. „Führer“ im routierenden Verfahren neu zu wählen, ist alte basisdemokratische Tradition und sollte nur dann durchbrochen werden, wenn sich eine „Führungsfigur“ besonders bewährt hat. Wir sollten am 9.5. deswegen einen anderen Ko-kreis wählen.”

Diese wichtige Forderung konnte sich nicht durchsetzen, weil sofort Ablenkungsdiskussionen begannen und unsere Teilnahme an der konstituierenden Sitzung im Mai in Berlin mit termintechnischen Tricksereien verhindert wurde.

2.) Fortgesetzte Hetzereien

Die Verleumdungen und Hetzereien durch die selbsternannten Führer des Friedenswinters zur Aufrechterhaltung der Spaltung nahmen kein Ende. Diese richteten sich gegen Endgame und hatten zum Resultat, daß Endgame am 10.5. von der Abschlußdemo des Friedenswinters rausgeschmissen wurde. Reiner Braun schämte sich nicht, diesen Rausschmiss in seiner Rede explizit zu rechtfertigen.

3.) Organisation einer Spalterdemo

Die Ramsteindemo am 26.9. war eine Spaltungsdemo, mit dem Ziel die Nato-kritischen Strömungen abzuspalten und als rechts zu diffamieren. Kurz nach der Frankfurter Konferenz am 18.3. wurde eine Initiative für eine Ramstein Demo von Guido Ciburski gestartet,  für die er auf der AG-Zukunftsliste warb und die am 27. Juni stattfand. Auf diese Initiative antwortete der KoKreis monatelang nicht, bis Reiner Braun ganz zuletzt kurz mitteilte, daß diese Demo rechts sei und daß diese nicht vom KoKreis unterstützt würde.

Im Unterschied zu den Minimalforderungen der September- Ramsteindemo am 26.9.und des Demoaufrufs zum 10.5., die eine Nato- freundliche Revision der ursprünglichen Friedenswinterforderungen darstellt, wurde die Juni-Ramsteindemo mit den ursprünglichen Nato-kritischen Forderungen durchgeführt. In dem Marsch durch Kaiserslautern wurde die Bevölkerung angesprochen.

Die Juni-Ramsteindemo zeichnete sich dadurch aus, daß bei ihr im wesentlichen politische Aktivisten der Montagsmahnwachen zu Wort kamen, die Demo war ja auch von solchen initiiert worden, während die Redner im September allesamt nicht aus dem Aktivistenspektrum kamen( Politiker der Partei “ die Linke“ zähle ich nicht zu Aktivisten, weil ihr Kampf identisch ist mit Wahlkampf und sie die Bewegung  auf der Straße nur dafür einspannen ), sondern eher aus dem Bereich der Gegenöffentlichkeit im Internet, wie z.B. Albrecht Müller von den Nachdenkseiten. Publizistische Tätigleit und der Aufbau einer politischen Bewegung auf der Straße sind 2 verschiedene Bereiche.  Reiner Braun und Co wollten offensichtlich den letzten Bereich besetzen und die Montagsmahnwachenaktivisten in die Bedeutungslosigkeit bzw in die rechte Ecke abdrängen. Durch diese Trennung von Theorie und politischer Praxis wird sichergestellt, daß das kritische Potenzial der Theorie nicht in der politischen Praxis wirksam wird.

Bei der konstituierenden Sitzung der AG Zukunft in Berlin im Mai wurde die Initiative zu dieser  Demo am 27.6. gar nicht erwähnt und eine eigene Demo im August in Ramstein angekündigt, ganz so als ob diese Juni-Initiative gar nicht existierte und es nur die August-Ramsteindemo gäbe.

Eine politische Kritik vom Kokreis an der als rechts abqualifizierten Initiative der Juni-Demo hat es nicht gegeben.
Eine politische Debatte wurde nicht geführt. Man wollte sich an die Spitze der Ramstein-Initiative stellen und die Initiatoren abhängen.  Angesichts dieser politischen Praxis entpuppt sich die von Reiner Braun proklamierte neue Kultur der solidarischen Auseinadersetzung erneut als pure Heuchelei.

Ein solches Vorgehen hat mit Solidarität in einer Aktionseinheit nichts zu tun, sondern ist eine offene Feindseligkeit . Es war nicht beabsichtigt eine gemeinsame Demo auf die Beine zu stellen, damit diese möglichst stark würde. Man wollte spalten und man wollte die Führung. Hier zeigt sich erneut, daß ein Interesse an einer starken Bewegung gegen den Krieg gar nicht besteht.

Das Vorgehen des Kokreises hat dazu geführt, daß sich innerhalb der AG-Zukunft bei der zentralen Montagsmahnwache in Kassel eine Oppositionsgruppe bildete, die AG-Orwell, an der auch die “No to Nato” Gruppe teilnahm. Es waren die Nato-kritischen Forderungen, die bei dem Aufruf zur Demo am 10.5. in Berlin herausgefallen waren, hinter denen man sich versammelte und die in dem Aufruf der Freidenker “Nein zur Nato” mündete, der von 59 Intitiativen unterzeichnet wurde.
Obwohl es sich ursprünglich um eine Oppositionsgruppe innerhalb der AG-Zukunft handelte, gab es keinen Redner auf der Kundgebung der Ramstein Demo, der diese Linie repräsentierte. Das ist ein Skandal, der erneut zeigt, daß es darum ging, die Kritik an der Nato möglichst klein zu halten. Dafür ist jedoch nicht nur der KoKreis um Reiner Braun verantwortlich, sondern auch die Gruppe, die sich von der AG-Orwell abgespalten hatte und  aus der später die Friedensgruppe der Freidenker hervorging, nachdem sie sich aus der rechten Falle der Friedensbewegung 2015 um Stefan Steins befreit hatte. Diese machte  bei der Konferenz in Kassel den Fehler, die Mitgliedschaft in der AG Zukunft aufzukündigen und so hatte Reiner Braun leichtes Spiel diese Position auf den Kundgebungen am Samstag rausfallen zu lassen.  Es wird offenbar, daß die Spalter der AG-Orwell dasselbe Ziel verfolgten, wie Reiner Braun.

Reiner Braun und Pedram Shahyar haben hier vorgeführt, wie man eine Widerstandsbewegung cooptiert. Das war der Sinn des Friedenwinters.
Es ging darum, sich an die Spitze des Widerstandspotentials zu stellen, das durch die Montagsmahnwachen und hier insbesondere durch die Aufkärungsarbeit von Ken Jebsen geschaffen worden war um dieses zu kontrollieren und diesem die Spitze abzubrechen. Die überregionale Facebookseite der Montagsmahnwachen firmiert jetzt unter dem Logo: „Stop Ramstein“.

Ken Jebsen  war auf der Demo anwesend und hatte auch dafür mobilisert, aber geredet hat er nicht. Vielmehr inszenierte sich Reiner Braun als der neue Führer der Friedensbewegung. Diese Führung hat er sich mit  Methoden erworben, die als blanker Hohn auf Gepflogenheiten der Solidarität und Demokratie, wie wir sie von linken Widerstandsbewegungen kennen, anzusehen sind.

Die Cooptierung von Wiederstandbewegungen wird heute weltweit praktiziert.
Von Attac ( Pedram Shahyar ist Attac Mitglied) ist bekannt, daß sie von den Herrschenden finanziert werden , um den Widerstand im Interesse der herrschenden Klasse unter Kontrolle zu bringen. Das Aushängeschild von Attac, die Forderung einer Tobinsteuer ist die zahnlose Revision einer revolutionären Kritik am Finanzkapital. Bei dieser Cooptierung  geht es darum, dem Widerstand die revolutionäre Stoßrichtung zu rauben und in für die Herrschenden ungefährliche Kanäle zu leiten. Reiner Braun ist 2. Vorsitzender des International Peace Bureau (IPB), der Friedensorganisation der herrschenden Klasse, dessen antiiperialistisches Gegenstück  das World Peace Coucil (WPC) Ist. DEas IPB ist  eine zentrale Organisation, die einer großen Anzahl weltweiter Friedens-NGO’s vorsteht, und zieht mit Pedram Shahyar am gleichen Strang. Nach allem, was wir über die schändliche Funktion von NGO’s bei der Destabilisierung von Staaten wissen, hätte es uns auch gewundert, wenn das anders wäre.

Wir können es nicht zulassen, daß uns auch noch unser Widerstand enteignet wird.

Wir können nur dann eine starke Friedensbewegung aufbauen, wenn wir die Ausrichtung unserer Bewegung selbst bestimmen und unsere Führer demokratisch wählen.

Wir haben an dieser Demo mit einem eigenen Aufruf teilgenommen.

Wir meinen, daß sich die Friedensbewegung auf der lokalen Ebene neu konsolidieren muß, um sich von unten nach oben, gestärkt durch die Lehren der Vergangenheit, neu überregional aufzubauen.

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Kommentare
  1. […] Wesentliche Phasen dieses Kampfes (darunter solche, die ich nicht selbst miterlebt habe) sind in dieser gründlichen Analyse vom 26. 9. 2015 dargestellt. Die Zerstörung des Friedenswinters wurde durch einige seiner führenden Aktiven, […]

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