Schaffen wir eine nicht hierarchische Bewegung gegen Die Agro-Gen-Multies

Veröffentlicht: Mai 25, 2013 von asambleasueberall in Asamblea, Aufruf, Konsensdemokratie

Die Monsanto Facebookbewegung ist keine Graswurzelbewegung

Die Fachebookbewegung gegen Monsanto ist eine globale Bewegung.

http://occupy-monsanto.com/march-against-monsanto-may-25-2013/

Non-hierarchical Occupation of Monsanto Everywhere” ist eine zentrale Parole. Eine Bewegung ist nicht allein schon deshalb eine nicht hierarchische Bewegung, weil sie eine Facebookbewegung ist.

Denn: Wie hat sich diese Facebookbewegung konstituiert?
Es gibt eine Webseite und fast 400 Facebook Ableger in Städten auf der ganzen Welt. Der Aufruf wurde zentral verfaßt und in verschiedene Sprachen übersetzt. Auf der ganzen Welt folgt diese Bewegung diesem zentralen Aufruf. Ist das non-hierarchical?

Was ist “ Non-hierarchical”?

In einer Bewegung , in der die Menschen ihre Interesssen selbst in die Hand nehmen, verlaufen die Entscheidungsprozesse von unten nach oben. Die unterste Ebene hat die meiste Macht. Hier fallen die Entscheidungen im Konsensverfahren. Das was die unterste Ebene will, wird nach “oben” in eine Versammlung der Vertreter der Communities kommuniziert, um diese mit anderen Communities abzustimmen.Wenn man sich auf einer oberen Ebene nicht einigen kann, müssen diese Entscheidungen nochmal in der unterene Ebene diskutiert und überarbeitet werden.

Eine nicht hierarchische Bewegung wird von unten aufgebaut und die Diskussion verschiedener Standpunkte ist ein wichtiges Element.

Es gab hier aber keine Diskussionen, wie der Aufruf gegen Monsanto auszusehen hätte, keine Abstimmung unter verschiedenen Gruppierungen um sich auf eine gemeinsame Plattform zu einigen.

Deshalb ist der Aufbau dieser Bewegung alles andere als “Non-Hierarchical”.

Diese Bewegung ist genau das Gegenteil davon.

Facebook machts möglich. Es wird hier mit einem allgemeinen Unmut gegen Monsanto operiert, denn gegen Monsanto zu sein, das ist ja wohl selbstverständlich.

Es ist aber überhaupt nicht selbstverständlich, daß in dem Aufruf die zentrale Forderung gegen Monsanto: “Kein Patent auf Leben” für die es auf der ganzen Welt bereits mehrere Bewegungen gibt, fehlt.

So haben wir eine globale Begwegung, der ohne Diskussion eine Ausrichtung untergejubelt wird, welche die Mobilisierten ablehnen würden , hätten sie darüber nachgedacht.

Der Kampf gegen Patente auf Pflanzen und Tiere ist zentral im Kampf gegen Genmanipullation.

Denn bei der Gentechnik geht es um einen Enteignungsprozeß.

Die Patentierung von Saatgut führt dazu , daß der traditionelle Prozeß, in dem der Bauer sich sein eigenes Saatgut zieht, kriminalisiert wird. Die Bauern werden abhängig gemacht vom patentierten Saatgut, das den Gentechnik Multies gehört und für das sie horrende Lizensen bezahlen müssen. Es wird dann den Bauern verboten ihr eigenes Saatgut zu ziehen, andernfall kriegen sie eine patentrechtliche Klage der multinationalen Biotechnologie-Industrie an den Hals. In Indien haben sich 250000 Bauern bereits das Leben genommen, weil sie auf die falschen Versprechungen von Monsanto, das Saatgut würde eine bessere Ernte bringen hereingefallen und letztendlich in die Schuldenfalle geraten sind.

Dieser Enteigung und Unterwerfung unter den Profit der Agrogentechnikmulties gilt unser Kampf gegen die künstliche Manipulation des natürlichen Reproduktionsprozesses von Pflanzen und Tieren.

Eine Bewegung, die diese zentrale Forderung, das Verbot der Patentierung von Leben wegläßt, kratzt nur an der Oberfläche und unterstützt letzendlich diesen Prozeß.

Es ist auch nicht selbstverständlich, daß die deutschen Gentechnik Multies , wie Bayer und BASF und Syngenta (Schweiz) überhaupt nicht in die Schußlinie geraten, ganz so als gäbe es sie nicht und würden sie nicht genau dasselbe machen wie Monsanto.

http://www.youtube.com/watch?v=zOmwB_tUx5E
Es ist weiterhin nicht selbstverständlich, daß nur der “amerikanische Monsanto Protection act” , worüber man in dem Aufruf jede Aufklärung vermißt , aufs Korn genommen wird und die gleichzeitige Ermächtigung der Agromulties auf europäischer Ebene unerwähnt bleibt.

Seit März werden hier nämlich jede Menge GenTechnik Patente durchgewunken. Der Präsident des Europäischen Patentamtes Battistelli setzt sich neuerdings über die Entscheidung des Europäischen Parlamentes vom Mai 2012 hinweg, die das Europäische Patentamt aufgefordert hatte, diese Patente zu stoppen, weil sie ein Verstoß gegen das geltende Recht sind.“

Daran hat sich das Patentamt im letzten Jahr auch gehalten, aber jetzt sollen in wenigen Wochen gleich ein Dutzend dieser Patente erteilt werden und das obwohl ein entsprechendes

Grundsatzurteil der Großen Beschwerdekammer über ein Patent auf Tomaten (G2/12) noch aussteht.

http://www.keinpatent.de/uploads/media/PM_Battistelli_neue_Patente-1.pdf

Heute, wo wir es global mit imperialistisch gesteuerten Revolutionsexporten zu tun haben http://www.youtube.com/watch?v=5ifKyciJMcc ist äußertse Wachsamkeit geboten.

Es ist nicht zufällig, daß der arabische Frühling reihenweise die Moslembruderschaft an die Macht brachte

Die Manipulation und Instrumentalisierung von Emanzipationsbewegungen basiert auf pauschalen Parolen und dem Mangel an kritischer Reflexion der Beteiligten über Forderungen und Vorgehen.

Nur wenn wir kompromißlos horizontale Entscheidungsprozesse durchsetzen, können wir verhindern , daß wir als Bewegung für Zwecke mißbraucht werden, die nicht die unseren sind.

Eine nicht hierarchische Bewegung gegen die Agrogentechnik muß sich erst noch konstituieren.

Fangen wir damit an.

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