Nahrungsmittelspekulation

Veröffentlicht: Januar 18, 2012 von asambleasueberall in Aufruf

Dies ist eine Rede, die Regina von Occupyfrankfurt auf der Kundgebung in Frankfurt auf der Tour  zur „Wir haben es satt“ Demo gehalten hat:

Vielen Dank für die Einladung.

Ich bin Regina von Occupyfrankfurt, Das ist eine Bewegung mit vielen politischen Richtungen, wovon ich eine vertrete.Das internationale Finanzkapital hat in den letzten Jahren die Finanz-Spekulation auf eine neues Feld ausgedehnt: Auf die Spekulation mit Nahrungsmittleln.

Die Krise an den Finanzmärkten hat dazu geführt, daß die Spekulanten nach dem Platzen der Immobilienblase 2007 ein neues Anlagefeld gefunden haben, nämlich die Spekulation im Terminhandel mit Nahrungsmitteln, den Futures. Sie wetten auf die Erhöhung der Preise. Das deutsche Finanzkapital ist mit dabei, sogar die Sparkassen und Volksbanken mischem mit.Allen voran geht die Deutsche Bank mit dem größten Anteil an Spekulativen Fonds mit Nahrungsmitteln.

Nahrungsmittelspekulation ist ein wichtiger Grund für die unerhörten Preissteigerungen von Nahrungsmitteln in den letzten Jahren.  Schauen wir uns den Nahrungsmittelpreisindex an:  Zwischen 2006 und 2008 gab es eine Preissteigerung von 71 % für essentielle Lebensmittelfür Reis und Getreide sogar eine Preissteigerung um 126%. Der Preis von Mais hat sich zwischen 2007 und 2008 mehr als verdoppelt. Zwischendurch sind die Preise wieder gefallen, gehen zur Zeit aber wieder kräftig in die Höhe und haben zu Beginn 2011 die Höhe von 2008 erreicht.

In den Jahren 2007, 2008 gab es eine Spitze bei den der globalen Hungersnöten.

In über 30 Ländern kam es zu Hungeraufständen. In dieser Zeit kamen 115 Millionen Menschen zu den Hungernden hinzu. Auch für die Aufstände Ende 2010, Anfang 2011 in Nordafrika Tunesien, Ägypten usw spielte die drastische Erhöhung der Lebensmittlelpreise eine wichtige Rolle.

Die Menschen in Entwicklungs -und Schwellenländer sind am härtesten von Preissteigerungen bei Nahrungsmittel betroffen. Im Unterscheid zu uns geben diese einen wesentlich größeren Anteil ihres Einkommens z.b. 70% allein für Nahrungsmittel aus. Eine Preissteigerung von 70 % in einem Haushalt wo 70% des Einkommens allein für Lebensmittel draufgeht- durchbricht die Grenze des Bezahlbaren. 100 % des Einkommens reichen nicht mehr aus, um satt zu werden. Der Hunger beginnt.

Es ist keinen Speilraum mehr, es wird in Schichten gegessen, der Vater morgens, die Mutter mittags, die Kinder abends. In Kenia leben 400000 Menschen in Slums und können sich keine Toiletten und Duschen leisten. Wenn der Verdienst für eine Familie am Tag 60 cent beträgt und 1 kg Maismehl 60 cent kostet, dann ist das eine katastrophale Armut. Die verheerenden Auswirkungen einer Verdopplung des Maispreises für diese Menschen übersteigt unser Vorstellungsvermögen. Wir wissen nicht, wie es ist, vor Hunger schreiende Kinder mit Lehmkeksen abzuspeisen.

Spekulationsgewinne mit Lebensmittlen sind Gewinne auf Kosten von verhungernden Menschen.

Wie tief ist ein Gesellschaftssystem gesunken, in dem so etwas zur Normalität geworden ist?

Das ist Massenmord, schlimmer noch, es ist ein ganz legaler Massenmord

In der Nahrungsmittelspekulation zeigt sich die ganze Barbarei des Profitsystems.

Diese muß sofort abgeschafft werden.

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